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Erdogan dringt auf Waffenstillstand in Idlib

30.5.2019 22:17 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am Telefon über die Lage im umkämpften nordsyrischen Idlib beraten. Türkische Quellen meldeten am späten Donnerstagabend, Erdogan habe auf einen sofortigen Waffenstillstand gedrungen. Die Türkei befürchtet unter anderem, dass Menschen in Massen in Richtung der nahen türkischen Grenze fliehen könnten.

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet im Bürgerkriegsland. Die Provinz wird von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham dominiert. Dort leben aber auch rund drei Millionen Zivilisten, darunter viele Flüchtlinge. Russland als Alliierter der syrischen Regierung sowie die Türkei als Verbündeter der Opposition hatten die Region zur "Deeskalationszone" erklärt. Trotzdem begannen Truppen des Machthabers Baschar al-Assad Anfang Mai eine Bodenoffensive. "Der russische Präsident Wladimir Putin führte Telefongespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Sie setzten ihre Diskussion über die Lage in Syrien fort", sagte der Kreml in einer Erklärung.

Erst am Mittwoch hatten Aktivisten nach Luftangriffen auf das Gebiet wieder zivile Todesopfer gemeldet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte machte die syrische Luftwaffe verantwortlich. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter warfen die Piloten auch international geächtete Fassbomben ab. Seit dem Beginn der neuen Bodenoffensive sind der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) zufolge mehr als 200 000 Menschen vertrieben worden.

(dpa)