dpa

Erdgas-Streit: Türkei erwartet von Griechenland "ersten Schritt"

21.8.2020 13:37 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwartet im Streit um Erdgas und Öl im östlichen Mittelmeer von Griechenland "den ersten Schritt" für eine Lösung des Problems.

"Wir sind für Verhandlungen statt Spannungen und für Deeskalation statt Eskalation", sagte Erdogan. "Wir erwarten aber, dass ein Dialog weiter möglich bleibt und nicht verbaut wird", fügte er an. Wen der 66-Jährige mit seinen Aussagen auf griechischer Seite genau meinte, sagte er nicht. In dem Zusammenhang betonte Erdogan nochmals, dass die Türkei "niemals seine Rechte, Interessen und Ansprüche" in der Region aufgeben werde.

Auch Stoltenberg fordert Dialog

Bereits am Mittwoch hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem Gespräch mit dem türkischen Außemminister Mevlüt Cavusoglu die Bündnismitglieder Türkei und Griechenland zu einem Dialog aufgefordert, um ihren Konflikt zu beenden. Die Situation müsse im "Geiste der Solidarität unter Alliierten und im Einklang mit dem Völkerrecht gelöst werden", sagte er.

In dem Streit geht es darum, dass Griechenland die Türkei bezichtigt, vor griechischen Inseln illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Kriegsschiffe krachen zusammen

Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es in der vergangenen Woche sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Die Türkei wirft Griechenland vor, für den Zusammenstoß verantwortlich zu sein.

(bl)

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