dpa

Erdgas-Konflikt Türkei vs. Griechenland: Erdogan hofft auf "gesunden Menschenverstand"

11.8.2020 12:10 Uhr

Im Streit mit Griechenland um Erdgas im östlichen Mittelmeer will Präsident Recep Tayyip Erdogan den Plan der Türkei konsequent verfolgen, setzt aber weiter auf Diplomatie. "Wir sind immer bereit, Konflikte durch Dialoge zu lösen und hoffen, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt", sagte er nach einer Kabinettssitzung in Ankara.

In dem Zusammenhang rief Erdogan alle beteiligten Mittelmeerländer zur Zusammenarbeit auf, damit "die Rechte aller geschützt werden". Der türkische Präsident betonte aber, dass er "niemals" ein Abkommen unterzeichnen werde, das die Türkei in der Territorium-Frage im östlichen Mittelmeer benachteiligt.

Türkei verurteilt umstrittene Abkommen

Die Suche der Türkei nach Erdgas im östlichen Mittelmeer vor den Inseln Griechenlands ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehöre. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.

Athen unterzeichnete inzwischen mit Italien und Ägypten Abkommen, in denen - gemäß internationalem Seerecht - von Rom und Kairo anerkannt wird, dass die Inseln doch eine solche Zone haben. Die Türkei verurteilt diese umstrittene Abkommen scharf und sieht den Festlandsockel und das Seerecht des Landes verletzt. Erst Ende Juli war nach einer Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine leichte Entspannung zwischen Athen und Ankara eingetreten. Nun hat sich der Konflikt aber wieder verschärft.

"Oruc Reis" forscht weiter

Indes teilte die türkische Marinebehörde mit, dass ihr seismisches Schiff "Oruc Reis" bis zum 23. August südlich der griechischen Insel Megisti (Kasteloriso) und Rhodos nach Erdgas forschen wird.

(bl)

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