dpa

Entwicklungsminister besucht Favela

12.7.2019 10:01 Uhr

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wurde von der Kinderschutzorganisation Terres des Hommes für seinen riskanten Besuch in einem Elendsviertel in Brasilien gelobt. "Für einen Minister der brasilianischen Regierung wäre so ein Besuch unvorstellbar", sagte die Leiterin des Brasilien-Programms von Terres des Hommes.

Sie sei beeindruckt, dass Müller trotz Sicherheitsbedenken des Bundeskriminalamts und des Auswärtigen Amtes in die Favela Rua Nova in Sapopemba im Osten von São Paulo gekommen sei.

Müller hatte dort am Montag ein von Terre des Hommes unterstütztes Kinderrechtszentrum besucht. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge von dem Besuch abgeraten, da die Lage in dem Slum zu unübersichtlich sei. Müller entschied sich trotzdem zu dem Besuch, und die Personenschützer blieben im Hotel. Das ist bei Ministerreisen sehr ungewöhnlich.

Solche Besuche bleiben im Herzen

Minister Müller war mit seinem Ausflug in die Favela zufrieden. "Solche Besuche bleiben mehr im Herzen als die meisten Politiker-Gespräche", sagte er nach Angaben der Hilfsorganisation. "Ich sehe, dass die Kinder und Jugendlichen hier etwas bewegen wollen, aktiv sind und hochintelligent. Und damit ist natürlich auch die Hoffnung da, herauszukommen und ein anderes Leben zu gestalten."

Das für den Personenschutz zuständige Bundeskriminalamt (BKA) wollte auf den konkreten Fall am Donnerstag nicht eingehen. "Taktische Maßnahmen durch Personenschutzkräfte des BKA richten sich nach dieser Einschätzung und der konkreten Lage vor Ort", erklärte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur weiter. Im Falle von Auslandsreisen würden bei Gefährdungsbewertungen durch das BKA die örtlich zuständigen Sicherheitsbehörden sowie die deutschen Auslandsvertretungen eingebunden.

(an/dpa)