Symbolbild: epa/Georgios Keflas

Englische Autobauer bereiten sich auf Brexit vor

10.1.2019 16:47 Uhr

Britische Autobauer haben eindringlich vor den negativen Folgen des Brexits gewarnt. Nun, da es sogar zu einem ungeordneten Brexit kommen kann entwickeln die Autobauer Rolls Royce und Jaguar Land Rover eigene Strategien, wie man mit der Situation umgehen soll.

Zunächst Rolls Royce: Der britische Luxusauto-Hersteller wird seine jährliche Produktionspause vorziehen, um auf einen chaotischen Brexit vorbereitet zu sein. Das Werk in Goodwood in der Grafschaft West Sussex schließe statt normalerweise im Sommer dieses Jahr in den ersten beiden Aprilwochen, erklärte Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA am Donnerstag. Auch die "Wirtschaftswoche" hatte darüber berichtet.

Für den 29. März ist Großbritanniens Austritt aus der EU geplant. Kommt vorher kein ordnendes Abkommen zustande, fürchten Unternehmen Chaos auf den Märkten und in der Folge wirtschaftliche Schäden. Rolls-Royce ist eine BMW-Tochter; der Münchner Autobauer hat früheren Angaben zufolge rund 8000 Beschäftigte im Vereinigten Königreich. Müller-Ötvös rief die Regierung in London auf, einen "harten" Brexit zu verhindern: Jede Störung in der Logistik würde sich auf die Produktion auswirken.

Die Produktionspause direkt im Brexit-Anschluss gebe den Herstellern die Chance, auf die Folgen des möglicherweise holprigen Austritts reagieren zu können, so Müller-Ötvös. Des weiteren rüste sich das Unternehmen mit erweiterter Lagerfläche, IT-Investitionen und aufgestockten Ersatzteil-Vorräten für alle Eventualitäten. Müller-Ötvös schloss gleichsam aus, dass Rolls-Royce auswandert: "Wir sind Großbritannien verpflichtet. Rolls-Royce ist Teil dessen, was ich als "Kronjuwelen" der britischen Industrie bezeichnen würde."

Die Luxusmarke, die 2018 eine neue Version ihres Spitzenmodells "Phantom" auf den Markt brachte, hat am Donnerstag einen Anstieg von 22 Prozent beim Verkauf im Vergleich zum Vorjahr vermeldet. Größter Markt für die Fahrzeuge bleiben die USA.

Jaguar Land Rover

Tiefgreifender sind die Reformen bei Jaguar Land Rover, dem nicht nur der Brexit, sondern auch schleppende Geschäfte in China zu schaffen machen. Jaguar Land Rover wird weltweit rund 4500 Stellen streichen. Dies sei das Ziel einer Überprüfung der unternehmensweiten Strukturen und komme zu den 1500 Mitarbeitern hinzu, die das Unternehmen im Jahr 2018 verlassen hätten, teilte der britische Autobauer am Donnerstag mit. "Die nächste Phase dieses Transformationsprogramms beginnt mit einem freiwilligen Entlassungsprogramm in Großbritannien", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Veränderungen seien notwendig, um den Grundstein für ein langfristig nachhaltiges Wachstum zu legen.

Jaguar Land Rover ist der größte Fahrzeughersteller Großbritanniens. Das Unternehmen will mit einem umfassenden Maßnahmenpaket 2,5 Milliarden Pfund (rund 2,76 Milliarden Euro) einsparen. Es zählt zu denjenigen, die am lautstärksten vor den Folgen des Brexits für britische Produzenten gewarnt haben. Der Autobauer hat mehr als 40 000 Mitarbeiter, den Großteil davon in seinen britischen Werken.

(an/dpa)