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Empörung über Suizid-Aufrufe bei "Gelbwesten"-Protesten

21.4.2019 16:38 Uhr

Beim "Gelbwesten"-Protest am Samstag riefen einige Demonstranten "Bringt euch um" in Richtung der Polizei. Das Video löst große Empörung in Frankreich aus. Schließlich sind die Suizid-Zahlen in den Reihen der Polizei erschreckend angesprungen. Erst jüngst entbrannte eine Debatte über bessere psychologische Betreuung der Beamten.

Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung wegen Beleidigung von Amtspersonen ein. Der Journalist Lucas Burel hatte während der Proteste am Samstag in Paris ein Video veröffentlicht, auf dem der Aufruf "Bringt euch um" zu hören ist. Burel schreibt dazu, einige Demonstranten hätten das in Richtung der Polizei gerufen.

Zahlreiche französische Politiker verurteilten den Vorfall. Innenminister Christophe Castaner sprach von einer "Schande", Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi nannte den Vorfall "abscheulich". "Dieser Hass auf die Polizei ist ideologisch und leider systematisch in den Reihen der Anarchisten", erklärte die Rechtspopulistin Marine LePen.

Frankreich ist derzeit alarmiert wegen einer extrem hohen Zahl von Suiziden in den Reihen der Polizei. Castaner hatte jüngst eine bessere psychologische Betreuung der Beamten angekündigt.

Polizeigewalt auch ein Problem

Journalisten beklagen, dass während der Demonstrationen am Samstag Reporter festgenommen worden seien. "2 unabhängige Journalisten festgenommen und mehrere andere im Visier von Hartgummigeschossen, obwohl sie eindeutig als Presse identifiziert wurden", teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen mit.

"Wenn Journalisten festgenommen werden - was passieren kann -, werden sie natürlich nicht in ihrer Eigenschaft als Journalisten festgenommen, sondern wegen der festgestellten Straftaten", sagte Innenminister Castaner der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Bei den "Gelbwesten"-Demonstrationen am Samstag war es erneut zu Ausschreitungen gekommen - Fahrzeuge und Autos gingen in Flammen auf. Die Bewegung demonstriert seit Mitte November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron.

(be/dpa)