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Elizabeth George über die politische Zukunft der USA

2.12.2018 14:46 Uhr

Die Krimi-Autorin Elizabeth George (69) hat im Streit über die derzeitige US-Politik bereits persönliche Beziehungen gekappt.

Sie befürchte, dass die USA auseinanderfallen, wolle aber auch selbst mit Menschen, die für Donald Trump gestimmt hätten, "nichts mehr zu tun haben", sagte sie der "Welt am Sonntag".

Die in Warren im Bundesstaat Ohio geborene, inzwischen bei Seattle lebende Schriftstellerin gab in dem Interview ein konkretes Beispiel: "Der Ehemann einer sehr guten Freundin von mir knüpft seine Stimmabgabe an nur ein einziges, für ihn entscheidendes Thema. Er gibt seine Stimme nur jenem Kandidaten, der gegen Abtreibung ist", erzählte die Verfasserin der Inspektor-Lynley-Romane. "Als klar war, dass er Trump gewählt hatte, sagte ich zu meiner Freundin: "Ich will deinen Mann nicht mehr sehen." Sie hat das akzeptiert, sie hat mich verstanden."

"Ich weiß nicht, wie sich mein Land von der Trump-Päsidentschaft erholen soll"

George, deren jüngster Kriminalroman um den britischen Inspektor Thomas Lynley ("Wer Strafe verdient") kürzlich erschien, sieht die politische Zukunft der USA pessimistisch. "Ich weiß zurzeit nicht, wie sich mein Land von der Trump-Präsidentschaft erholen soll", sagte die Bestseller-Autorin. "Man hält das alles kaum noch aus, diesen dauerhaften Ausnahmezustand." Es nütze auch nichts mehr, "den Menschen zu beschreiben, welches Monster im Weißen Haus lebt. Die Trump-Anhänger haben sich verschanzt. Ich verschwende nur meine wertvolle Zeit, wenn ich versuche, sie zu überzeugen", sagte George.

(ce/afp)