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Elfenbeinküste: Ex-Präsident bleibt vorerst in Haft

18.1.2019 16:16 Uhr

Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, wurde freigsprochen. Doch nun hat die Anklage des Internationalen Strafgerichtshof seine Freilassung verhindert.

Richter der Berufungskammer ordneten am Freitag in Den Haag an, dass Gbagbo vorerst in Haft bleiben müsse. Sie setzten eine neue Anhörung über die Freilassung für den 1. Februar an. Der 73-jährige Ex-Präsident und ein früherer Minister waren in dieser Woche überraschend noch vor Ende des Prozesses freigesprochen worden. Nach Ansicht der Richter reichten die Beweise der Anklage für Verbrechen gegen die Menschlichkeit für eine Verurteilung nicht aus.

Furcht, er werde bei einem Berufungsverfahren nicht erscheinen

Die Richter hatten auch die sofortige Freilassung angeordnet. Doch die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofes erhob dagegen Einspruch. Sie befürchtet, dass Gbagbo bei einem möglichen Berufungsverfahren gegen den Freispruch nicht mehr erscheinen werde.

Nach der Präsidentenwahl von 2010 hatte Gbagbo seine Niederlage nicht anerkannt. Bei der folgenden Welle von Gewalt waren rund 3.000 Menschen getötet worden. Der Prozess gegen Gbagob hatte 2016 begonnen. Er ist seit 2011 in Haft.

Das Foto zeigt den Chefankläger Louis Moreno-Ocampo (links) im Gespräch mit einem nicht näher bekannten Mitarbeiter. Anm. d. Red.

(an/afp)