Hürriyet

Elektronische Armfessel für schlagende Ehemänner

1.10.2019 14:30 Uhr

Ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit des Justiz-, Innen- und Familienministeriums wurde 2015 in zwei türkischen Provinzen gestartet: ein elektronisches Armband für verurteilte Gewalttäter, die ihre Ehefrauen geschlagen haben. Derartige Täter bekommen eine elektronische Armfessel, die sofort Alarm schlägt, sobald sich der Mann dem Opfer auf eine bestimmte Distanz nähert. Jetzt wurde das System auf insgesamt 15 türkische Provinzen ausgeweitet.

Ankara und Izmir machten den Anfang

Zuerst kam das System in der Hauptstadt Ankara und der Ägäisprovinz Izmir zum Einsatz. Bald darauf folgten Istanbul, Bursa, Gaziantep und Antalya. Seit dem 30. September sind neun weitere Provinzen dem Projekt angeschlossen: Adana, Mersin, Malatya, Samsun, Trabzon und Aydin, Eskisehir, Denizli und Sakarya.

Rund-um-die-Uhr-Überwachung

Das System ist eigentlich denkbar einfach: Der verurteilte Schläger bekommt eine elektronische Armfessel angelegt, die ihn rund um die Uhr überwacht. Nähert sich der Gewalttäter seiner Ex-Frau auf eine bestimmte Distanz, wird er durch das Überwachungszentrum unter Leitung des Justizministeriums alarmiert und gewarnt. Entfernt sich der Mann daraufhin nicht, übersendet das Zentrum die Ortsdaten des Täters wie auch die Aufenthaltsdaten des potenziellen Opfers an die Polizei.

Die alarmierte Polizei sorgt in der Folge dafür, dass sich der Mann der Frau nicht weiter nähern darf und informiert die Staatsanwaltschaft, die den Fall der Zuwiderhandlung gegen ein Annäherungsverbot vor das Familiengericht bringt.

440 Frauenmorde im Jahr 2018

Wie die NGO "We will stop femicide"-Plattform in einem Report veröffentlichte, wurden 2018 in der Türkei 440 Frauen durch Ehemänner, Freunde oder Familienmitglieder getötet. Im Jahr davor lag die Zahl bei 409 ermordeten Frauen.

(be)

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