Symbolbild: epa/Rodrigo Sura

El Salvador: Polizei tötete mehr als 110 Menschen

28.8.2019 10:01 Uhr

Laut Berichten von Menschenrechtsaktivisten ist die Nationale Zivilpolizei von El Salvador zwischen 2014 und 2018 für über 100 "außergerichtliche Hinrichtungen" verantwortlich. Im Kampf gegen Bandenkriminalität seien in diesem Zeitraum mindestens 116 Menschen "brutal ermordet" worden, teilte das Büro des Bürgerbeauftragten für Menschenrechte am Dienstag in der Hauptstadt San Salvador mit.

Der Anwalt des Büros, Raquel Caballero de Guevara, sagte, ein 141-seitiger Bericht beschreibe Muster, die auf "außergerichtliche Hinrichtungen und exzessive Gewaltanwendungen" durch die Polizei hindeuteten. Es seien in einigen der 48 untersuchten Fälle Beweise für "Gräueltaten" wie Folterungen gefunden worden.

Bandenmitglieder getötet

Dies müsse untersucht werden, damit die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden könnten, sagte er. Es gebe "starke Hinweise" dass die mutmaßlichen Bandenmitglieder nicht - wie von der Polizei behauptet - bei bewaffneten Auseinandersetzungen ums Leben gekommen seien, sondern durch "Tötungen". Von den untersuchten Fällen seien bislang nur 19 vor Gericht verhandelt worden, nur in zwei Fällen sei es zu Verurteilungen gekommen.

Das mittelamerikanische Land hat eine der höchsten Mordraten der Welt. Im vergangenen Jahr gab es dort 51 Morde je 100 000 Einwohner - das waren allerdings nur halb so viele wie noch drei Jahre zuvor.
Präsident Nayib Bukele, der sein Amt im Juni angetreten hat, nannte den Kampf gegen Banden und die Verringerung der Gewalt im Land als Prioritäten seiner Präsidentschaft. Das Büro des Bürgerbeauftragten für Menschenrechte war im Rahmen der Friedensabkommen von 1992 gegründet worden, durch die der seit 1979 tobende Bürgerkrieg beendet werden konnte.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.