Symbolbild: imago images/Hartenfelser

EKD will eigenes Schiff im Mittelmeer

12.9.2019 17:13 Uhr

Mit einem eigenen Schiff will die Evangelische Kirche in Deutschland im Mittelmeer Flüchtlinge retten. Nach gründlicher Prüfung habe man beschlossen, eine entsprechende Resolution des Evangelischen Kirchentages umzusetzen, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm am Donnerstag in Berlin. «Es ist mehr als Symbolik, es geht um exemplarisches Handeln. Es werden Menschen im Mittelmeer gerettet», betonte er.

Die Kirche trete gleichzeitig für eine politische Lösung ein. Nötig sei ein Verteilmechanismus für im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge, damit nicht jedes Mal das «Geschachere» um ihre Verteilung beginne. Bedford-Strohm sagte, dass sich die Kirche zudem seit Jahrzehnten durch ihr Engagement etwa in Afrika um die Bekämpfung von Fluchtursachen kümmere.

Intensive Vorbereitung nötig

Bedford-Strohm zufolge wird die EKD das Rettungsschiff nicht selbst betreiben. Dazu solle ein Trägerverein gegründet werden. Nötig sei eine intensive Vorbereitung. Für den Kauf des Schiffes gebe es Sondierungen. Dieses werde man umbauen müssen. Das alles werde Monate dauern.

Der EKD-Ratsvorsitzende forderte, die Kriminalisierung von Seenotrettern zu beenden. «Wer Menschen vor dem Ertrinken rettet, darf nicht kriminalisiert werden.» Er verlangte zudem, dass die staatliche Seenotrettung im Mittelmeer wieder aufgenommen wird.

(an/dpa)

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