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Einwohner von Bodrum: "Kommt nicht hier her!"

9.12.2020 11:00 Uhr

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie zog es viele Großstädtler aus Istanbul, Ankara, Izmir und Co. in ruhigere Gebiete, in denen das Risiko, mit Covid-19 zu erkranken niedriger ist. Besonders Bodrum in der Provinz Mugla erlebte so einen Zuwachs an Einwohnern, was dazu führte, dass die Stadt, deren Bevölkerung im Winter normalerweise bei rund 170.000 liegt auf 600.000 angewachsen ist. Das wirkt sich auch auf die Mieten aus – und jetzt haben die Einheimischen eine deutliche Botschaft für die "Neuen": "Kommt nicht hier her!"

Mittlerweile steigen die Infektionszahlen auch in Bodrum. Bis heute haben sich 29 Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem Virus angesteckt, 134 mussten sich nach Kontakten in Quarantäne begeben. Der einheimische Tekin Cekin ist dafür, dass Besuche aus Istanbul oder Izmir in Bodrum zumindest kurzfristig gänzlich verboten werden sollen, wie er der Nachrichtenagentur Demirören (DHA) erklärt. "Kommt nicht, bleibt wo ihr seid. Unsere Angst wächst. Ich versuche mich, so weit es geht, zu isolieren."

Von 50 Sommer-Besuchern sind 20 geblieben

Recep Demir, ein weiterer Bodrumer, erklärt: "Viele, die für den Sommer nach Bodrum kamen, sind geblieben. Von 50 Sommer-Besuchern sind 20 geblieben, weil sie sich in Istanbul nicht sicher fühlen würden. Ich hab früher 800 TL Miete bezahlt, jetzt findet man keine Wohnungen unter 1500 Lira. Früher war es hier nicht so voll. Die Winter waren ruhiger. Das schürt unsere Angst."

Doch manch einer zeigt auch Verständnis. Necla Altuner beispielsweise, die seit März in Bodrum bleibt: "Alle haben irgendwie Recht. Jeder versucht sich dort vor dem Virus zu schützen, wo er sich sicher fühlt."

(be)

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