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Einreisesperre: Cavusoglu wirft EU "politische Motive" vor

2.7.2020 14:55 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der EU vorgeworfen, Reisebeschränkungen für die Türkei aus "politischen Motiven" aufrechtzuerhalten. Einige Länder, die Brüssel auf die Liste der Staaten aufgenommen habe, aus denen Menschen wieder in die EU einreisen dürften, stünden schlechter da als die Türkei, sagte Cavusoglu am Donnerstag nach Gesprächen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. "Da sehen wir, dass mit politischen Motiven entschieden wurde." Die EU-Liste müsse im Rahmen von "objektiven Kriterien" bewertet werden.

Cavusoglu forderte zudem erneut die Aufhebung einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Türkei. Einige Touristen machten allmählich Urlaub in der Türkei, "aber wichtig ist hier, dass Deutschland diese Reisewarnung überprüfen muss, nämlich im Rahmen von objektiven Daten. Unsere deutschen Freunde wollen in der Türkei Urlaub machen", sagte er.

Maas sagte zu den Forderungen aus der Türkei, dass man sich dabei eng in der EU abstimmen wolle. "Nur wenn wir in Europa möglichst im Gleichklang handeln, ist es auch möglich, das Virus in seiner Ausbreitung zu kontrollieren." Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, nach jetzigem Stand zunächst noch bis zum 31. August.

(be/dpa)

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