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Eine Prinzessin als Botschafterin von Saudi-Arabien in den USA

23.2.2019 23:42 Uhr

Soll eine Prinzessin aus Saudi-Arabien die Gesprächspartner "milde" stimmen, wenn es zum Beispiel um den Fall der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi geht? In den USA wird die Botschaft der Saudis nun mit einer Frau besetzt: Prinzessin Rima bint Bandar. Sie ersetzt Prinz Chaled bin Salman, Bruder von Mohammed bin Salman, denn der wird nun stellvertretender Verteidigungsminister.

Saudi-Arabien ersetzt seinen Botschafter in den USA. Prinzessin Rima bint Bandar übernehme den Posten in Washington, wurde am Samstag in einem königlichen Dekret verfügt. Ihr Vorgänger Prinz Chaled bin Salman, Sohn des Königs Salman und jüngerer Bruder des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman, wurde unterdessen zum stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt.

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten werden derzeit durch den Mord an dem regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi belastet. Khashoggi, der für die "Washington Post" Kolumnen geschrieben hatte, war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet worden.

Soll die Prinzessin Konsequenzen aus der Ermordung Khashoggis verhindern?

Nach Angaben aus Riad hatte der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri den Einsatz angeordnet, um den im US-Exil lebenden Regierungskritiker in die Heimat zurückzuholen. Der Einsatzleiter habe dann vor Ort eigenständig entschieden, Khashoggi zu töten.

US-Parlamentarier drohen mit Konsequenzen für Saudi-Arabien und machen Kronprinz Mohammed persönlich für den Mord an Khashoggi verantwortlich. Mitte Februar stimmte das Repräsentantenhaus für ein Ende der militärischen Unterstützung für Saudi-Arabien im Jemen-Krieg und forderte Präsident Donald Trump auf, binnen 30 Tagen US-Truppen abzuziehen, die in irgendeiner Form am Jemen-Konflikt beteiligt sind.

Trump steht aber weiter hinter Saudi-Arabien, das er als engen Verbündeten und zahlungskräftigen Kunden der US-Rüstungsindustrie schätzt.

(afp-pli)