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Ein Wochenende am Marmarameer

10.3.2019 17:52 Uhr

Seinen Namen hat das im Norden über den Bosporus mit dem Schwarzen Meer, im Süden durch die Dardanellen Meerenge mit der Ägäis verbundene Binnenmeer von der Marmor-Insel, wo in der Antike weißer Marmor abgebaut wurde. In zahlreichen wichtigen Baudenkmälern wurde er verarbeitet, unter anderen in der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und dem Topkapi Palast – alle in Istanbul.

Wer das kleine, aber feine Marmarameer und die Gegend rund herum kennenlernen möchte, muss die Initiative ergreifen und individuelle Buchungen vornehmen. Pauschalreisen bzw. von einem Veranstalter organisierte Reisen an dieses durchaus lohnende türkische Reiseziel werden nicht angeboten. Gründe hierfür sind auch die im Vergleich zur türkischen Rivera kühleren Wassertemperaturen sowie ein Mangel an All-Inclusive Hotels.

Vor Touristenscharen und überfüllten Stränden ist man hier verschont. Gänzlich menschenleer sind die Strände, Buchten und Häfen aber nicht. Yachtbesitzer aus Istanbul und Bursa schippern gern übers Wochenende her, lassen ihre Boote in sorgloser Trägheit auf den Wellen schaukeln oder legen in einem der Küstenorte an. In diesem Sinne ist ein Ausflug ans Marmarameer die vielleicht perfekte Ergänzung zu einem Sightseeing-Trip in Istanbul. Per Bus oder mit der Fähre gelangt man ganz unkompliziert hierher.

Die Prinzeninseln

Die neun Prinzeninseln liegen zehn bis dreiundzwanzig Kilometer südöstlich des Bosporus und gehören zur asiatischen Seite von Istanbul. Sie sind das liebste Ausflugs- bzw. Naherholungsziel der Einwohner Istanbuls, denn auf ihnen wird Entspannung großgeschrieben. Besonders gern besucht ist die Insel Büyükada, die für Autos gesperrt ist. Neben dem Hafen, um den herum sich viele Restaurants angesiedelt haben, locken Sandstrände und Grillplätze in der Natur. Hauptsächlich zum Baden besucht wird die am dichtesten besiedelte Insel Kinaliada, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Weil diese Insel sehr klein ist, lässt sie sich gut zu Fuß erkunden.

Bursa

Als Geburtsstätte des osmanischen Reiches und einstige Hauptstadt gehört Bursa zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es liegt an den Ausläufern des Berges Uludag, der im Winter ein populäres Skigebiet ist. Einen Großteil der während der osmanischen Herrschaft entstandenen Bauwerke kann man heute noch besichtigen. Besonders imposant sind das grüne Mausoleum und die grüne Moschee. Die im Jahr 1442 errichtete Irgandi Brücke erinnert an die Rialto-Brücke in Venedig, weil sie Geschäfte trägt, in denen Kunsthandwerk verkauft wird. Bursas Altstadt lädt zum Flanieren ein.

Weitere Reiseziele am Marmarameer

Im kleinen Ort Kumbag gibt es einen idyllischen, von Pinien und urigen Restaurants gesäumten Sandstrand. Dank seiner Quellen war der Ferienort Yalova schon bei Römern und Byzantinern als Badeort beliebt. Dahingegen ist Canakkale der ideale Ausgangspunkt für die Besichtigung der Ruinen von Troja und einen Ausflug zur Gallipoli Halbinsel, von der aus Alexander der Große im Jahr 334 v. Chr. in seinen Asienfeldzug startete.

Einige der zwölf Inseln im südlichen Marmarameer sind auch einen Besuch wert, allen voran die Marmara Insel, auf der die alten Marmor-Steinbrüche liegen. Rund um die Insel gibt es einsame Buchten, die zum Baden einladen. Auf der Insel Pasalimani gilt es, die antike Stadt Prokonnessos zu besichtigen. Die Insel Avsa ist naturbelassen und wartet mit ruhigen Badestränden, Wäldern und beschaulichen Ansiedlungen auf.

(jk)