Symbolbild: epa/Rodrigo Sura

Ein Tag ohne Mord in El Salvador

29.12.2019 21:53 Uhr

Es ist nur wenige Jahre her, da war El Salvador das gefährlichste Land der Welt - jetzt geht die Gewalt in dem mittelamerikanischen Land deutlich zurück. Am Samstag gab es im ganzen Staatsgebiet keinen Mord, schrieb Präsident Nayib Bukele am Sonntag auf Twitter. Das war nach Angaben des Sicherheitsministeriums schon der sechste Tag im zweiten Halbjahr 2019, der ohne ein einziges Tötungsdelikt zu Ende ging.

Innerhalb der vergangenen sechs Monate sei die Zahl der Morde um 60 Prozent gesunken, schrieb der zuständige Minister Rogelio Rivas. Nach seinem Amtsantritt im Juni hatte Präsident Bukele eine Sicherheitsoffensive gestartet, um die Macht der Jugendbanden - der so genannten Maras - zu beschneiden.

Mittelamerika gilt als eine der gewalttätigsten Regionen der Welt

El Salvador hat eine der höchsten Mordraten der Welt. Im vergangenen Jahr gab es dort 51 Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner - das waren allerdings nur halb so viele wie noch drei Jahre zuvor. Mittelamerika gilt generell als eine der gewalttätigsten Regionen der Welt. Hunderttausende fliehen jedes Jahr vor Gewalt und Armut und versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. US-Präsident Donald Trump hat einen Notstand an der Grenze zu Mexiko ausgerufen und will dort eine Mauer bauen.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission (Cidh) begrüßte die Verbesserung der Sicherheitslage in El Salvador. Nach ihrem jüngsten Besuch in dem Land zeigte sie sich allerdings besorgt über die Lage im Strafvollzug. Viele Gefängnisse seien total überfüllt. Mit 604 Strafgefangenen pro 100 000 Einwohnern ist El Salvador das Land mit dem zweithöchsten Anteil an Häftlingen an der Bevölkerung weltweit.

(an/dpa)

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