Symbolbild: imago/Eibner Europa

Ehemaliger Finanzminister Mosambiks vor Gericht

8.3.2019 15:21 Uhr

Weil er im Rahmen eines Milliardenkredits 200 Millionen Dollar veruntreut haben soll, steht nun der ehemalige Finanzminister Mosambiks mit sieben weiteren Angeklagten in den USA vor Gericht. Die korrupten Regierungsvertreter, Geschäftsleute und Investmentbanker hätten sich mit Hilfe "dreister und internationaler krimineller Machenschaften" zu Lasten der Menschen in Mosambik bereichert, teilte das Justizministerium am Donnerstag mit.

Ex-Finanzminister Manuel Chang und die Mitangeklagten hatten teils ohne Wissen von Parlament und Öffentlichkeit von 2013 bis 2016 Kredite im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar für staatliche Firmen arrangiert. Dabei sollen sie sich massiv bereichert haben - und Mosambiks Staatsfinanzen massiv erschüttert haben. Die Angeklagten "orchestrierten ein immenses System von Betrug und Bestechung, das das US-Finanzsystem ausgenützt hat und Investoren betrogen hat (...), um sich die Taschen mit Hunderten Millionen Dollar zu füllen", hieß es in der Pressemitteilung der US-Justiz.

Verhaftungen in London und den Emiraten

Chang war Ende Dezember in Südafrika festgenommen worden. Die US-Justiz bemüht sich um seine Auslieferung. Drei Investmentbanker waren Anfang Januar in London festgenommen worden, genauso wie zwei Mitarbeiter eines Schiffbauunternehmens in den Emiraten. Zwei mosambikanische Regierungsvertreter sollen noch auf freiem Fuß sein.

2013 lag Mosambiks Verschuldung nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch bei 53 Prozent der Wirtschaftsleistung, infolge der Krise mit den geheim gehaltenen Krediten liegt sie nun bei mehr als 100 Prozent. Das ist für Mosambik - eines der zehn ärmsten Länder der Welt - kaum zu schultern.

(an/dpa)