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Ehemaliger Farc-Anführer will bewaffneten Kampf wiederaufnehmen

29.8.2019 15:56 Uhr

Rückschlag für den Friedensprozess in Kolumbien: Ein ehemaliger hochrangiger Farc-Anführer hat am Donnerstag angekündigt, den bewaffneten Kampf wiederaufzunehmen. "Wir geben der Welt bekannt, dass die zweite Marquetalia begonnen hat", sagte Iván Marquez mit Verweis auf eine ländliche Enklave, die als Ursprungsort der linksgerichteten Rebellenorganisation in den 60er Jahren gilt.

Die ehemalige Nummer zwei der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) verbreitete seine Botschaft in einem Video auf der Online-Plattform Youtube. Darin ist Marquez zusammen mit bewaffneten Rebellen in Militärkluft zu sehen. Auch der in Kolumbien seit Ende Juni gesuchte ehemalige Farc-Anführer Jesús Santrich taucht in dem Video auf. Beide gehörten zu den Farc-Unterhändlern des Friedensabkommens von 2016 mit Kolumbiens Regierung. Die Farc-Kämpfer gaben damals ihre Waffen ab und wandelten sich in eine politische Partei um.

Quelle: Youtube.com

Marquez und Santrich haben sich seitdem von dem Abkommen distanziert. Marquez´ Aufenthaltsort war seit einem Jahr unbekannt. Santrich war Ende Juni im Norden Kolumbiens verschwunden und nicht zu einem Termin Anfang Juli vor dem Obersten Gerichtshof erschienen. Die Polizei hat eine Belohnung in Höhe von bis zu drei Milliarden kolumbianischen Pesos (rund 830.000 Euro) auf ihn ausgesetzt.Das Abkommen war unter Führung des damaligen kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos ausgehandelt worden.

Es beendete den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den Farc-Rebellen. Die Farc hatte ein halbes Jahrhundert lang gegen die Regierung in Bogotá gekämpft, mehr als 260.000 Menschen wurden in dem bewaffneten Konflikt getötet. Santos´ Nachfolger Iván Duque hatte im Wahlkampf angekündigt, den Vertrag zu ändern. Er hält ihn für zu nachsichtig gegenüber ehemaligen Farc-Mitgliedern.Die Vize-Fraktionschefin der Linken, Heike Hänsel, nannte die Ankündigung von Marquez einen "herben Rückschlag", der "das Friedensabkommen in seiner Gänze" gefährde. Hänsel warf Duques Regierung zugleich vor, die Umsetzung des Vertrags "systematisch" zu sabotieren. Die internationale Gemeinschaft sowie die Bundesregierung hätten diesbezüglich nicht genug Druck ausgeübt, kritisierte die Linken-Politikerin.

(an/afp)

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