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Ehemalige Mazedonischer Ministerpräsident erhält Asyl in Ungarn

20.11.2018 15:22 Uhr

Der in der Vorwoche nach Ungarn geflohene ehemalige mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski erhält in Ungarn den Status eines politischen Flüchtlings. Dies meldete die Online-Ausgabe der Regierungszeitung "Magyar Idök" am Dienstag. Das ungarische Einwanderungsamt, das über Gruevskis Asylantrag entschied, habe dessen Befürchtung, sein Leben sei in Mazedonien in Gefahr, für begründet erachtet.

Der nationalistische Ex-Regierungschef ist in seiner Heimat zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Korruption verurteilt worden. Weitere Verfahren wegen Amtsmissbrauchs in seiner Regierungszeit von 2006 bis 2016 sind gegen ihn anhängig. Zur Flucht nach Ungarn entschloss er sich, kurz bevor er seine Haftstrafe hätte antreten sollen. Dabei halfen ihm ungarische Diplomaten, die ihn in ihren Fahrzeugen von Albanien über Montenegro und Serbien nach Ungarn chauffierten.

Dort hatte er am Dienstag vor einer Woche einen Asylantrag gestellt. "Magyar Idök" zufolge folgte das ungarische Einwanderungsamt Gruevskis Argumentation, dass "die Regierung (in Mazedonien) ... die persönliche Freiheit des ehemaligen Ministerpräsidenten mit nicht demokratischen Schritten einschränken und aufheben will".

Mazedonien strebt eine Auslieferung des Justizflüchtlings an. Mit dem positiven Budapester Asylbescheid ist eine solche nach Ansicht von Beobachtern nun äußerst unwahrscheinlich geworden. Die ungewöhnliche Zügigkeit des Verfahrens scheint außerdem darauf hinzudeuten, dass Gruevski unter dem ausdrücklichen Schutz des rechts-nationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban steht, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.

(an/dpa)