imago/Eibner

Ehefrau wegen versuchten Mordes vor Gericht

26.3.2019 18:36 Uhr

Hat eine 74-Jährige tatsächlich versucht, ihren Mann mit Frostschutzmittel im Kartoffelsalat umzubringen? Dies versucht nun das Landgericht in München zu klären.

Beim Auftakt zum Prozess gegen eine 74-Jährige vor dem Landgericht hat die Angeklagte am Dienstag die Aussage verweigert. Ihr Verteidiger erklärte zudem, mehrere Beweise gegen seine Mandantin seien rechtswidrig erhoben worden. Laut Anklage hatte die Frau ihrem heute 82 Jahre alten Ehemann im Mai 2018 Frostschutzmittel in seinen Kartoffelsalat mit Würstchen gemischt, um ihn zu töten. Daraufhin habe sich das Opfer mehrmals erbrochen. Der Mann kam ins Krankenhaus und überlebte.

Mordwaffe Maultaschen? Tortellini mit Pesto?

Nach der Erinnerung ihres Ehemanns, der als Zeuge auftrat, war das vergiftete Essen allerdings kein Salat, sondern Maultaschen oder Tortellini mit Pesto. Der 82-Jährige schilderte, dass die 2013 geschlossene Ehe schon länger in der Krise gewesen sei. Seine Frau beschrieb er als außerordentlich dominant. Sie sei im Gegensatz zu ihm mittellos und daher von ihm finanziell abhängig gewesen.

"Hoffentlich fährst du Dich im Urlaub tot"

Bevor er im März 2018 zu einer Skireise aufbrach, habe sie zu ihm gesagt: "Hoffentlich fährst du Dich im Urlaub tot." Für eine Scheidung habe die 74-Jährige eine hohe Abfindung gefordert. Nach Ansicht der Ermittler wollte sie an das Erbe des Mannes und eine Witwenrente beziehen. Bereits rund ein Jahr vor der Tat suchte sie demnach im Internet nach möglichen Tötungsarten und legte sogar eine Liste mit verschiedenen Giften an. Schließlich habe sie eine Flasche mit dem Frostschutzmittel Ethylenglykol bestellt. Als ihr Mann sich in der Wohnung erbrach, habe sie nicht geholfen.

(be/dpa)

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