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Echtgeld Online Casinos: So steht es um den neuen Glücksspielstaatsvertrag

18.3.2020 16:03 Uhr

Online-Casinos erfreuen sich einer großen Beliebtheit und angesichts der aktuellen Lage wird diese Beliebtheit wohl noch steigen. Doch lag das Online-Glücksspiel lange Zeit im Schatten und wurde nicht in den letzten Glücksspielstaatsvertrag mit aufgenommen. Es gab somit keine Regulierung, wobei die seriösen Anbieter sich dem EU-Recht zuwandten und Lizenzen aus EU-Ländern beantragten.

Jetzt kam jedoch Bewegung in die Sache und die Online-Glücksspielbranche soll in Deutschland reguliert werden. Aber was ist darüber bekannt und welche Änderungen werden mit einer Regulierung kommen?

Welche Änderungen sind geplant?

Allem voran soll das Online-Glücksspiel legalisiert werden. Bislang agierte es in einer rechtlichen Grauzone, denn das deutsche Recht verbot Internetglücksspiele außerhalb der staatlichen Lottogesellschaften, das EU-Recht hingegen nicht. Da Deutschland selbst keine Lizenzen vergab, nutzten die Anbieter EU-Lizenzen, meist von Malta. Eine Ausnahme stellte Schleswig-Holstein dar, das 2012 einige Lizenzen vergab und diese zuletzt erneuerte. Diese gelten jedoch nur für das Bundesland – Spieler aus anderen Bundesländern können nur über die .com-Seiten der Anbieter auf diese zugreifen. Das wird sich nun ändern:

- Lizenzvergabe – es soll eine Lizenzvergabe in Deutschland geben. Online-Casinos müssen sich bewerben und die gestellten Auflagen erfüllen. Die Grauzone fällt somit weg.

- Limits – Spieler sollen künftig nur noch 1.000,00 Euro monatlich einzahlen können. Aktuell ist nicht ersichtlich, wie sich der Betrag zusammensetzt, also ob er verschiedene Casinos einbezieht, auch auf Sportwetteneinsätze zurückgreift oder gar das staatliche Lottospiel mit berücksichtigt. Sicher ist, dass Gewinne nicht zu dem Betrag zählen.

- Verbote – Mehrfachaccounts entfallen, wobei hier vermutlich nur die gleichzeitige Nutzung gemeint ist. Dieser Punkt ist für Casinospieler weniger wichtig als für Sportwettentipper. Dasselbe gilt für Live-Wetten, wobei unklar ist, wie es mit Live-Spielen im Casino aussieht.

- Sperrdateien – aus den örtlichen Casinos ist es vielen Spielern bekannt, dass sie sich auf eine Sperrliste setzen können, wenn sie denken, zu viel zu spielen. Dies wird künftig auch online möglich sein. Gleichzeitig sind Casinos angehalten, darauf zu achten, ob ein Spieler ein kritisches Spielverhalten zeigt. In diesem Fall kann das Casino den Spieler sperren und auf die Liste setzen.

Zudem wird eine zentrale Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt geschaffen. Diese ist für die Lizenzvergabe zuständig, dient aber auch dazu, die Änderungen zu überwachen und die Sperrdatei zu führen.

Wie weit ist der Entscheidungsprozess?

Die Ministerpräsidenten stimmten dem Änderungsentwurf am 05. März zu und einigten sich auf den Sitz der Glücksspielbehörde. Allerdings ist dies nicht das letzte Wort:

- Landesparlamente - der jetzige Entwurf muss in allen Landesparlamenten besprochen und ratifiziert werden. Dabei können die Parlamente Änderungen vorschlagen oder Positionen des Vertrags ablehnen.

- EU-Kommission – sie muss schließlich dem letzten Entwurf zustimmen.

Viele Positionen sind heute noch in ihrer Umsetzung unklar. Die Frage nach der Überwachung von Mehrfachaccounts gehört mit dazu, denn weder ist sicher, ob es sich auf mehrere Accounts im Generellen oder auf mehrere Accounts in der gleichzeitigen Nutzung bezieht. Auch die Kontrolle des Einzahlungslimits lässt Fragen offen. Weitere strittige Positionen betreffen den Sportwettenbereich.

Schon bei der ersten Ankündigung der Änderungen meldeten Datenschützer Bedenken an. Die im Entwurf enthaltenen Positionen setzen zum Teil eine massive Sammlung und Weitergabe von Daten voraus, die im Endeffekt problematisch werden könnte. Werden beispielsweise Einzahlungen übergreifend zusammengezählt, so müsste jede einzelne Einzahlung eines bestimmten Users vermerkt und zur Behörde geschickt werden, damit das Limit überwacht werden kann. Auch Betroffene der Branchen geben Bedenken preis:

- Sportwettenbranche – das Verbot von Live-Wetten könnte Spieler in die Richtung des illegalen Spiels treiben, da diese Wetten online nun mal weiter verfügbar wären.

- Automatenbranche – sie kritisiert eher, dass spezielle Änderungen im lokalen Bereich nicht in den Entwurf aufgenommen worden sind. Gerade die Abstandsregel zwischen Spielhallen und Schulen und Spielplätzen wird angemerkt. Bei einer Legalisierung des Online-Marktes sei diese Regelung veraltet, schließlich stünde das Online-Casino überall zur Verfügung.

- Suchtberatungen – hier wird die Legalisierung natürlich zweifelnd betrachtet, da von ihr ein erhöhtes Suchtpotenzial ausgehen könnte.

Allgemein ist der Tenor jedoch positiv. Dies auch unter der Berücksichtung, dass endlich eine rechtliche Klarheit geschaffen wird.

Noch ist die Regulierung nicht beschlossen - dies könnte sich angesichts des Corona-Virus auch noch hinziehen. Bildquelle: @ Christopher Ryan / Unsplash.com

Was sollten Spieler beachten?

Für Spieler gilt weiterhin, dass sie bei der Suche nach einem Casino auf das Angebot, die Seriosität und die Vorkehrungen zum Spielerschutz achten sollten. Auf www.casinoechtgeld.com lässt sich eine tolle Übersicht über die einzelnen Anbieter finden. Letztlich sind vor allem die folgenden Punkte wichtig:

- Lizenz – aktuell gibt es für den größten Teil des Landes nur die EU-Lizenzen. Wer allerdings ein deutsches – und wahrscheinlich mit bundesdeutscher Lizenz agierendes – Casino nutzen möchte, der sollte sich die in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbieter anschauen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Anbieter auch die neue deutsche Lizenz erhalten werden.

- Bonus – der Willkommensbonus sollte nicht im Vordergrund stehen. Grundsätzlich ist bei Boni wichtig, auf die Bedingungen zu achten. Unter welchen Umständen wird der Bonus ausgezahlt? Was muss der Spieler dafür machen? Gerade die Boni, die erst mehrfach umgesetzt werden müssen, erweisen sich für Spieler als tückisch. Tipp: Jeder Bonus kann ignoriert oder abgelehnt werden.

- Angebot – das ist das Wichtigste. Was bietet das Casino? Das allgemeine Spielangebot sollte einmal angeschaut und mit den eigenen Wünschen abgeglichen werden. Viele Online-Casinos bieten einen Probeaccount, über den man sich ausreichend umsehen kann.

- Zahlungsmittel – wie werden Zahlungen gehandhabt? Dabei ist auch auf die Auszahlung zu achten, denn teilweise ist sie an einen Mindestbetrag gekoppelt oder kostet, je nach gewähltem Zahlungsanbieter, eine Gebühr.

Auch die Auszahlungsquote ist von großem Interesse. Zugleich hilft es, sich ein Online-Casino nicht allein auf einem Gerät anzuschauen, sondern auch vom Smartphone oder Tablet zu betrachten. Nicht immer sind in der mobilen Version alle Spiele vorhanden, die es am PC oder in der App gibt.

Fazit – es kommt eine einheitliche Regelung

Das Glücksspiel wird einheitlich geregelt, auch wenn die aktuelle Version des Entwurfs noch längst nicht in trockenen Tüchern ist. Für Spieler ändert sich momentan jedoch noch nichts und vielen werden die Änderungen in Zukunft kaum auffallen. Die drastischen Einschränkungen betreffen das Einzahlungslimit und manche Spiele, wobei hier wieder Sportwetten im Vordergrund stehen.

(Hürriyet.de)

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