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Ecclestone: Kritik an Michael Schumacher, Lob für Vettel

10.4.2019 12:05 Uhr

Vor dem Großen Preis von Shanghai hat Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eine Lanze für Sebastian Vettel gebrochen. Man solle den Ferrari-Fahrer nicht unterschätzen. Auch über den Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hatte Ecclestone im Interview mit der "Sport Bild" und "Auto Bild Motorsport" einiges zu sagen.

«Die Formel 1 braucht einen Sebastian, der gewinnt», sagte der 88-Jährige. Schon bei Vettels erstem Trainingseinsatz in der Rennserie 2006, als er in der Türkei gleich die Bestzeit fuhr, habe ihn der Hesse von seinem Talent überzeugt, versicherte Ecclestone. "Er hat das Wettbewerbs-Gen, das die Fahrer früher auch hatten", sagte der Brite und meinte: "Die Leute unterschätzen Sebastian."

Aus dem Tief herauskämpfen

Die wachsenden Zweifel an Vettel nach dem misslungenen Start in seine fünfte Ferrari-Saison hält Ecclestone für ungerechtfertigt. "Er wird sich auch aus seinem aktuellen Tief herauskämpfen", sagte er. Vettel liegt vor dem dritten Saisonlauf am Sonntag in Shanghai 22 Punkte hinter dem finnischen WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas und 21 Zähler hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton (beide Mercedes). "Es gibt keinen Grund, warum neben Lewis nicht auch Sebastian Michael Schumachers sieben Titel erreichen kann", versicherte Ecclestone.

Vettel hatte von 2010 bis 2013 vier WM-Triumphe in Serie im Red Bull gefeiert. 2015 wechselte er zu Ferrari, jagt dort aber bislang vergebens einem weiteren Titel hinterher.

Michael Schumacher "kannte kein Limit"

Der frühere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sieht die große Zeit von Michael Schumacher eher kritisch. "Sein Problem war: Er kannte kein Limit", sagte der Brite.

Als eines der Beispiele dafür nannte der 88-Jährige den Rammstoß von Schumacher gegen Jacques Villeneuve im Titelfinale 1997 in Jerez. "Die Skandale brachten zwar viel Publicity, aber nicht unbedingt die, die wir wollten", sagte Ecclestone vor dem 1000. Rennen der Formel 1 am Sonntag in China.

Rekordweltmeister mit Sympathien

Schumacher ist mit sieben Titeln Rekordweltmeister der Rennserie, ging mit seinem großen Ehrgeiz aber bisweilen auch über die Grenze. Wegen des Vorfalls in Jerez 1997 wurden ihm nachträglich alle WM-Punkte aberkannt. Letztlich dauerte es bis ins Jahr 2000, ehe er mit Ferrari seine Serie von fünf WM-Triumphen nacheinander starten konnte.

Auch Schumachers Comeback bei Mercedes von 2010 bis 2012 sieht Ecclestone mit gemischten Gefühlen. "Es war gut für die Formel 1, weniger gut für ihn. Aber das meinte ich mit den Limits, die er für sich nicht kannte", sagte der langjährige Chef der Königsklasse. Schumacher feierte im Silberpfeil keinen Rennsieg mehr, gewann aber viele Sympathien.

(be/dpa)

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