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EBWE fördert Abfallwirtschaft in Canakkale

25.6.2019 10:39 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, kurz EBWE, stellt ein Darlehen in Höhe von 57,5 Millionen türkischen Lira (rund 9 Millionen Euro) für die Abfallbewirtschaftung bereit. Die Bevölkerung von Canakkale wird von einem Programm für die Entwicklung einer modernen, effizienten und nachhaltigen Abfallwirtschaft im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft profitieren, teilte die Entwicklungsbank in einer Erklärung mit.

In der Provinz Canakkale an der Dardanellenstraße, die das Marmarameer und die Ägäis verbindet, lag das antike Troja. Das Darlehen der EBWE wird an einen lokalen Unternehmenszusammenschluss zwischen dem französischen Energieversorger SUEZ Group und der türkischen Abfallentsorgungsfirma ALTAS vergeben. Die beiden Partner haben die internationale Ausschreibung für die Bereitstellung von Abfallsammel-, Transport-, Recycling- und Entsorgungsdiensten im Rahmen einer 29-jährigen Konzession in fünf Städten gewonnen: Canakkale, Lapseki, Kepez, Cardak und Umurbey. Das Konsortium bringt 38,3 Millionen Lira (rund 5,8 Millionen Euro) aus eigenen Mitteln in das Projekt ein.

Abfallrecycling nach EU-Standards

Die EBWE-Darlehen werden den Bau einer mechanisch-biologischen Behandlungsanlage finanzieren, die eine Sortierungsanlage mit einer Anlage zur Kompostierung und Energiegewinnung aus den Abfällen kombiniert. Die Mittel werden auch verwendet, um eine Deponie zu sanieren und eine Anlage aufzurüsten, in der Sickerwasser behandelt wird, das wassergefährdende Flüssigkeiten enthält. Das Projekt wird dazu beitragen, die Menge an festen Abfällen, die auf Deponien entsorgt werden, zu verringern, die Lebensdauer der Deponien um 20 Jahre zu verlängern und das Abfallrecycling gemäß den EU-Standards zu erhöhen. Der neue Ansatz basiert auf der Kreislaufwirtschaft und minimiert die negativen Auswirkungen von Abfällen auf Umwelt und Menschen.

Nandita Parshad, EBWE-Geschäftsführerin für nachhaltige Infrastruktur, sagte während eines Besuchs in der Türkei: "Bei der EBWE sind wir starke Befürworter öffentlich-privater Partnerschaften als wirksames Instrument zur Erbringung besserer Dienstleistungen. Gemeinsam mit unseren Partnern von SUEZ wollen wir zeigen, wie eine effektive Abfallbewirtschaftung durch Privatunternehmen Menschen und Umwelt zugutekommen kann."

EBWE hat in zehn Jahren rund elf Milliarden Euro in der Türkei investiert

Mit 90.000 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten ist SUEZ ein weltweit führender Anbieter von Lösungen für die Wasser- und Abfallwirtschaft. Die Gruppe verwertet jährlich 17 Millionen Tonnen Abfall, produziert 3,9 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe und 7 TWh lokale erneuerbare Energie. Es sichert auch Wasserressourcen und ist spezialisiert auf Abwasserbehandlung. SUEZ erzielte 2018 einen Gesamtumsatz von 17,3 Milliarden Euro. ALTAS bietet Abfallentsorgungsdienstleistungen in den türkischen Städten Izmir, Istanbul, Ankara und Mersin an und ist auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut aktiv.

Die EBWE ist ein führender institutioneller Investor in der Türkei und hat seit 2009 über 11 Milliarden Euro in 283 Projekte im Land investiert. Die überwiegende Mehrheit der EBWE-Investitionen in der Türkei entfällt auf den privaten Sektor. Die Hälfte des Portfolios der Bank in der Türkei besteht aus Anlagen, die eine nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung fördern.

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