E-Autos oft gunstiger - aber mit zu geringer Reichweite

1.11.2018 12:06 Uhr

München (dpa/tmn) - E-Autos sind noch zu teuer, denken viele - aber stimmt das? In einer Beispielrechnung des ADAC schneiden Elektromodelle aktuell oftmals günstiger bei den Gesamtkosten pro Kilometer ab als vergleichbare Markengeschwister mit Benzin- oder Dieselmotor.

Doch die Reichweiten der Autos sind meist noch nicht uneingeschränkt alltagstauglich. 19 Autos hat der Autoclub in acht Gruppen unter die Lupe genommen.

In der Hälfte der Vergleiche ist das E-Modell billiger. Der BMW i3s 94 Ah etwa kostet mit 53,6 Cent pro Kilometer weniger als die hier zum Vergleich herangezogenen 218er Active Tourer mit Diesel (57,4 Cent) und Benziner (60,6 Cent). Der i3 ist ein reines E-Modell.

Ebenfalls günstiger ist der Hyundai Ioniq Elektro Style (49 Cent). Ein vergleichbar ausgestatteter kompakte i30 Kombi zum Vergleich kostet als Benziner 1.0 T-GDI Premium 51,4 Cent pro Kilometer und der Diesel 52 Cent. Ebenfalls billiger als Stromer ist der Smart. Das Fortwo Coupé EQ Prime kostet 36,9 Cent, das Benziner-Cabrio 0.9 Turbo Prime Twinamic 38,7 Cent.

Das Tesla Model X 100D trat gegen ein SUV von Audi an, da die Amerikaner keine Verbrenner bauen. Hier schneidet der Tesla mit 131,9 Cent günstiger ab als der SQ7 TDI Quattro Tiptronic (137,7 Cent.) Und der Tesla sei das einzige Modell mit einer alltagstauglichen Reichweite. Hierfür hat der ADAC 451 Kilometer ermittelt.

In den anderen Fällen VW Golf, VW Up, Nissan Leaf/Micra und Renault Zoe/Clio hat die Variante mit Verbrenner günstiger abgeschnitten. Die Reichweiten der anderen E-Autos neben Tesla liegen laut dem Club zwischen 106 (E-Up) und 243 Kilometern (Zoe). Das kann je nach persönlichem Fahrprofil zu wenig sein. Wer aber meist nur auf der Kurzstrecke unterwegs ist und sein E-Auto einfach laden kann, fährt elektrisch unter Umständen billiger, so der ADAC.

Die Autos hat der ADAC in seinem Ecotest getestet. Dieser basiert auf dem WLTP-Zulassungszyklus, den der Club um eigene Kriterien erweitert hat. So erhöhte er zum Beispiel die Zuladung und ergänzte einen Autobahnzyklus mit höheren Geschwindigkeiten. Außerdem lagen für den Schadstoffausstoß und den CO2-Ausstoß strengere Kriterien an. Die Liste wird laut ADAC stets aktualisiert und erweitert.

(dpa-serviceline)