Symbolbild: Hürriyet

Dürregefahr in der Türkei wächst

2.12.2020 12:11 Uhr

Da die Niederschläge in den letzten Monaten nach der Dürre im Sommer geringer ausfielen als erwartet, wurden die Wasserstände in den Dämmen der Türkei nachteilig beeinflusst.

Während das Staudammniveau in Istanbul das niedrigste Niveau der letzten 10 Jahren erreicht hat, sank auch die Auslastung der Staudämme in Bursa. Den meteorologischen Daten zufolge erlebt Bursa das fünfttrockenste Jahr der letzten 100 Jahre. "Die Wassermenge, die im Nilüfer-Damm auf 5 Prozent und im Doganci-Damm auf 40 Prozent gesunken ist, bedeutet, dass die Provinz möglicherweise einer Wasserkrise ausgesetzt sein wird", lauten die alarmierenden Aussagen der Behörden.

Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Bursa, Alinur Aktas, machte in einer Erklärung ebenfalls auf den Wasserstand in den Dämmen aufmerksam und forderte die Bürger der Provinz nun dazu auf, sensibel auf den Wasserverbrauch zu achten. "Mit unserem Krisenaktionsplan, den wir gegen widrige Szenarien entwickelt haben, indem wir den Klimawandel und seine Auswirkungen auf unsere Region genau verfolgen, ist es uns bisher gelungen, zu verhindern, dass Bursa dehydriert. Allerdings sollten die Bürger dennoch Vorsichtsmaßnahmen treffen", so Aktas.

Situation in Izmir

Während die Situationen in Istanbul und Bursa alarmierend sind, sieht es in Balikesir und Izmir nicht besser aus.

Der Caygören-Damm ist aufgrund der geringen Niederschlagsmenge in Balikesir und der Region in diesem Jahr fast komplett ausgetrocknet. Der Wasserstand ist zum ersten Mal seit Jahren wieder auf 20 Prozent gesunken.

Auch die Auslastung des Aliaga Güzelhisar-Staudamms, der einen Teil des täglichen Trinkwasserbedarfs von Izmir deckt, ist gesunken. Die Auslastung betrug im April hier noch 65,17 Prozent und im November nun nur noch 45,36 Prozent. Im Vergleich zum November 2019 verringerte sich die Auslastung des Güzelhisar-Staudamms um 20,1 Prozent.

Der aktuelle Wasserstand der weiteren Staudämme in Izmir lautet wie folgt: Der Tahtali-Staudamm liegt bei 35,49 Prozent, der Balcova-Staudamm bei 15,64 Prozent, der Ürkmez-Staudamm bei 29,61 Prozent, der Gördes-Staudamm bei 4,7 Prozent und der Alacati Kutlu Aktas bei 12,86 Prozent.

Erdogan macht auf Dürregefahr aufmerksam

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies darauf hin, dass der Niederschlag in diesem Jahr um fast die Hälfte zurückgegangen sei und sagte: "Ich möchte auf die Dürregefahr aufmerksam machen, der wir ausgesetzt sind. Dank der 585 Dämme, die wir in den letzten 18 Jahren gebaut und in Betrieb genommen haben, haben wir verhindert, dass sich die Auswirkungen der Dürre im täglichen Leben widerspiegeln." Trotz der besorgniserregenden Äußerung fügte er hinzu, dass es dennoch keine Probleme geben werde, wenn der Niederschlag wieder zu den saisonalen Normalwerten zurückkehren würde. Erdogan forderte die Bürger ebenfalls dazu auf, für alle Fälle Wert auf Einsparungen beim Wasserverbrauch zu legen.

(gi)

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