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Droht erneute "Eiszeit" zwischen Türkei und USA?

14.1.2019 8:51 Uhr

Die Türkei fordert US-Präsident auf, Respekt für Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu zeigen. Stein des Anstoßes war ein Tweet des US-Präsidenten in der Nacht von Sonntag auf Montag, in dem Trump der Türkei mit der "wirtschaftlichen Zerstörung" drohte, falls man die kurdischen Verbündeten der USA im Kampf gegen ISIS angreifen würde. Den kurdischen Vertretern gab der 45. US.Präsident einen Tweet später mit auf den Weg, jegliche Provokationen der Türkei tunlichst zu unterlassen.

Die türkische Regierung hat am Montag scharf auf eine neue Drohung von US-Präsident Donald Trump reagiert. Hintergrund ist eine geplante türkische Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz, die einerseits in der Türkei auf der Terrorliste steht und andererseits mit den USA im Kampf gegen die IS-Terrormiliz verbündet ist. Trump drohte der Türkei im Kurznachrichtendienst Twitter, sie werde "wirtschaftlich zerstört", sollte sie kurdische Truppen in Nordsyrien angreifen. Außerdem sprach er von einer 20 Meilen (32 Kilometer) breiten Sicherheitszone.

Tweet des US-Präsidenten Donald Trump

Daraufhin schrieb der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalın ebenfalls auf Twitter: "Terroristen können nicht Ihre Partner und Alliierten sein." Die Türkei erwarte, dass die USA die strategische Partnerschaft der beiden Nato-Staaten respektiere. Sie dürfe nicht von Terrorpropaganda überschattet werden.

Antwort von Ibrahim Kalin an Donald Trump

Die Türkei nimmt Anstoß daran, dass die Türkei laut US-Darstellung pauschal "Kurden" angreifen will. Es sei ein "tödlicher Fehler", die PKK, die auch in den USA auf der Terrorliste stehe, sowie ihre syrischen Ableger mit Kurden gleichzusetzen, warnte Kalın. Die Türkei kämpfe gegen Terroristen, nicht Kurden. Es gebe keinen Unterschied zwischen dem IS, der PKK und der YPG. "Wir werden weiter gegen alle kämpfen", schrieb Kalın im jüngsten Schlagabtausch der amerikanisch-türkischen "Twitplomatie".

Aus Sicht der Türkei ist die kurdische YPG-Miliz, die in Nordsyrien nahe der türkischen Grenze Gebiete beherrscht, ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. Vor dem Abzug ihrer Truppen aus Syrien wollen die USA nach den Worten von Außenminister Mike Pompeo sicherstellen, "dass die Türken die Kurden nicht abschlachten".

Schon im Sommer hatte Trump nach einem Streit mit der Türkei in einem anderen Fall mit gezielten Tweets und Sanktionen die Talfahrt der Landeswährung Lira angefacht.

(dpa)