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Dortmund mit Personalsorgen vor Revier-Kracher gegen Schalke

15.5.2020 17:10 Uhr

Nach neun Wochen Corona-Pause startet die Bundesliga wieder, doch unterschiedlicher könnte die Personalsituation vor dem Revierderby-Knaller zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 (Samstag 15.30 Uhr) kaum sein.

Bei den Dortmunder fallen gleich mehrerer Leistungsträger aus, darunter auch Emre Can. Den deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln plagen muskuläre Probleme. Die Königsblauen können hingegen weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Gleich mehrere Spieler meldeten sich fit und voller Tatendrang zurück, darunter auch der Deutsch-Türke Suat Serdar. Der Mittelfeldspieler hat seinen Zehenbruch auskuriert.

Fehlen wird hingegen sein Landsmann Ozan Kabak, der mit einer Lendenwirbelverletzung weiter pausieren muss. Mit von der Partei ist übrigens noch ein Mann mit türkischen Wurzeln. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Deniz Aytekin. Er hatte auch das erste Geisterspiel in der Bundesliga-Geschichte vor der Corona-Pause zwischen Mönchengladbach und Köln gepfiffen.

BVB will Bilanz aufpolieren

BVB-Coach Lucien Favre muss beim Bundesliga-Kaltstart neben Can auch noch auf Marco Reus und Axel Witsel verzichten. "Sie werden definitiv nicht dabei sein", sagte Favre auf der Online-Pressekonferenz, der nun seine bewährte Mittelfeldzentrale umstellen muss.

Gleichwohl will der BVB im ersten Revierderby der Historie ohne Zuschauer im Stadion seine zuletzt schwache Bilanz gegen den ungeliebten Nachbarn aufpolieren. Von den zurückliegenden acht Bundesliga-Duellen konnte die Borussia nur eines gewinnen. Zweimal fühlte sich der BVB zuletzt sogar im heimischen Signal Iduna Park wie im falschen Film: beim spektakulären 4:4 nach 4:0-Führung in der Saison 2017/18 und bei der 2:4-Pleite im Vorjahr.

"Sehr speziell ohne Fans"

Auf ein Déjà-vu würde Favre gern verzichten. "Wir wissen, dass wir beim letzten Mal zuhause verloren haben. Aber die Gedanken daran sind vorbei", betonte der Schweizer, der wie sein Trainer-Kollege David Wagner die Spieler auf eine befremdliche Atmosphäre vorbereiten muss. Und das so gut wie möglich. "Es ist natürlich sehr speziell ohne Zuschauer. Das ist auch eine mentale Frage", meinte Favre. Die Situation stelle für "alle Trainer und alle Mannschaften eine große Herausforderung dar".

Das sieht Wagner genauso, die Partie sei aber auch ohne Fans das "größte Spiel der Saison", sagte er. "Es ist ein Derby, Geisterspiel hin oder her. Du willst dieses Spiel unbedingt gewinnen", betonte der 48-Jährige. Personell hat er endlich wieder die Qual der Wahl: Und unter den Genesenen, die vor neun Wochen das Derby verletzt verpasst hätten, sind neben Serdar auch Daniel Caligiuri und Salif Sané. Passen müssen neben Kabak nur die Langzeitverletzten Benjamin Stambouli und Omar Mascarell.

"Da blutet einem das Herz"

BVB-Sportdirektor Michael Zorc sprach von einer "sehr schwierige Zeit". Aber seit man fußballspezifisch trainieren könne, sei "die Freude zurück. Wir haben eine sehr positive Entwicklung, was die Atmosphäre in der Mannschaft angeht und mit Blick auf das Spiel gegen Schalke", stellte Zorc fest. Nun ginge es darum, "den Restart erstmal positiv zu gestalten". Vieles sei im Derby ungewohnt, "anders, strange", so der Sportchef: "Da blutet einem das Herz. Ein Derby ohne Zuschauer gab es, glaube ich, noch nie. Wir brauchen ein höheres Maß an Eigenmotivation, um erfolgreich zu sein."

Auch Wagner bezeichnete die lange Spielpause wegen der Corona-Pandemie als "extreme Situation für uns alle". Aber auch er findet, dass seine Mannschaft sie gut gemeistert hat: "Die Jungs haben sich super zusammengerissen und das Beste daraus gemacht. Alle sind mit Feuer und Eifer dabei."

(bl/dpa)

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