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Doping-Razzia bei nordischer Ski-WM

27.2.2019 13:50 Uhr

Wegen des Verdachts von Doping-Praktiken rund um die Ski-WM im österreichischen Seefeld, aber auch in deutschen Orten, sollen laut Informationen des MDR und der ARD-Dopingredaktion seit heute Vormittag Polizeieinsätze stattfinden. Österreichs Bundeskriminalamt bestätigte die Anti-Doping-Razzien und hat nach eigenen Angaben ein international agierendes Drogennetzwerk zerschlagen. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Bei mehreren Anti-Doping-Razzien wurden insgesamt neun Personen festgenommen und 16 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Das teilte das BK am Dienstagmittag mit. Im Mittelpunkt der "Operation Aderlass", die im Ski-WM-Ort Seefeld und in Deutschland durchgeführt wurde, soll demnach der in Erfurt ansässige Sportmediziner Dr. Mark S. stehen.

Fünf Sportler festgenommen

"Im Rahmen von seit mehreren Monaten andauernden internationalen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sportbetruges sowie der Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken konnte eine in Deutschland ansässige kriminelle Organisation um den Sportmediziner Dr. Mark. S. ausgeforscht werden", hieß es in einer Mitteilung des BK: "Diese aus Erfurt agierende kriminelle Gruppierung ist dringend verdächtig, seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen, um deren Leistung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen zu steigern und dadurch illegale Einkünfte zu lukrieren."

In Seefeld seien zwei Mitglieder der Gruppe sowie fünf Sportler festgenommen worden, in Deutschland der Sportmediziner S. und ein Komplize. Bei den Sportlern handele es sich um zwei Österreicher, zwei Esten und einen Kasachen.

<h3>DSV nicht von Doping-Razzien betroffen</h3>

Der Deutsche Skiverband (DSV) ist eigenen Angaben zufolge nicht von der derzeit laufenden Anti-Doping-Aktion bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld betroffen. "Ich kann bestätigen, dass bei uns die Lage ruhig ist. Es fanden keine Untersuchungen statt, weder im Teamhotel noch in Deutschland bei Institutionen, die den DSV vertreten", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem SID: "Nach unseren Erkenntnissen ist auch keiner aus unserem medizinischen Bereich in die Untersuchungen involviert. Wir haben nichts, was uns Anlass gegeben hätte zu denken, dass der DSV involviert ist."

Dürr-Bericht als Auslöser

Die Aussagen des Skilangläufers Johannes Dürr waren laut Staatsanwaltschaft München Auslöser für die Doping-Ermittlungen und die Razzien in Seefeld und Erfurt. Der Österreicher hatte jüngst in einer ARD-Dokumentation umfassend über Dopingpraktiken im Leistungssport ausgepackt. "Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin zunächst ein Ermittlungsverfahrens gegen unbekannt wegen der Anwendung von Dopingmethoden am Zeugen Johannes Dürr eingeleitet, dieses ist nun in ein Ermittlungsverfahren gegen konkrete Beschuldigte übergegangen", teilte Oberstaatsanwältin Anne Leiding in einer schriftlichen Mitteilung am Mittwoch mit.

(sis/afp)

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