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Donald Trump im Irak: Können nicht weiter "der Weltpolizist" sein

26.12.2018 22:09 Uhr

US-Präsident Donald Trump motivierte bei einem Truppenbesuch im Irak gegenüber Anwesenden seine Entscheidung zum Truppenabzug aus Syrien mit den Worten, die USA "können nicht weiterhin der Weltpolizist sein". Ob das die Kritik an seiner Entscheidung mindern wird, muss abgewartet werden.

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Truppenbesuch im Irak die Rolle der Weltpolizei für sein Land abgelehnt. Die Vereinigten Staaten "können nicht weiter der Weltpolizist sein", sagte Trump am Mittwoch auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad in der westirakischen Provinz Anbar. Seine Pläne für einen vollständigen US-Abzug aus Syrien verteidigte er damit, dass dem Einsatz mittlerweile "genug Zeit" gegeben worden sei.

Harsche Worte des US.Präsidenten an die Verbündeten

"Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür!", betonte der Präsident. Es sei nicht fair, wenn allein die Vereinigten Staaten diese Last trügen.

Mit Blick auf die zahlreichen US-Militäreinsätze in der Welt sagte Trump: "Wir sind auf der ganzen Welt verteilt. Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich."

Zusammen mit seiner Frau Melania war Trump am Mittwoch überraschend im Irak eingetroffen. Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren, dass Trump US-Soldaten in einem Kampfgebiet besuchte. Trumps Sprecherin Sarah Sanders teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, der Präsident und die First Lady seien in den Irak geflogen, um den US-Soldaten vor Ort "für ihr Engagement, ihren Erfolg und ihr Opfer zu danken und um ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen".

Trumps Syrien-Entscheidung stieß auf breite Ablehnung

Trumps Truppenbesuch erfolgte nur wenige Tage, nachdem er den vollständigen Abzug der US-Soldaten aus Syrien und eine Halbierung des US-Truppenkontingents in Afghanistan angekündigt hatte. Den Abzug aller rund 2.000 US-Soldaten aus dem Bürgerkriegsland Syrien begründet der Präsident damit, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) "weitgehend besiegt" sei.

Trumps Strategie ist bei westlichen Verbündeten, darunter Deutschland, auf deutliche Kritik gestoßen, auch in den USA ist sie umstritten. Nach Trumps Ankündigung zu Syrien reichte Verteidigungsminister Jim Mattis seinen Rücktritt ein, auch der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, gibt seinen Posten früher ab als ursprünglich vorgesehen.

(ce/dpa/afp)