epa/Kim Ludbrook

Domina sucht säumigen Kunden

28.12.2018 18:35 Uhr

Monatelang sucht eine Frau einen Mann, der ihr Geld schuldet. Die Domina aus München hat das Geld für ihre Leistungen nicht erhalten. Sie will es zurückfordern und klappert alles ab - vom Konsulat bis hin zum Schafzüchter.

Eine Domina aus München hat monatelang über ein Konsulat und Schafzüchter nach einem säumigen Kunden gesucht. Sie wollte von dem Mann insgesamt rund 1450 Euro für entgangenes Honorar und als Schadensersatz einklagen, wie das Amtsgericht München am Freitag mitteilte. Trotz langwieriger Recherchen und nach falschen Anschuldigungen gegen einen anderen Mann nahm die Domina bereits Anfang Oktober die Klage zurück, weil der Fall zu mühevoll wurde.

Der Mann, der nicht kam

Seinen Ausgang nahm der Rechtsstreit im September 2017, als die Domina von einem Kunden versetzt wurde. Der Mann, der nicht zum vereinbarten Termin erschien, gab sich unter vollem Namen als Rumäne aus und erklärte am Telefon, sich in der Nähe von München aufzuhalten und neu im Metier zu sein.

Als der Kunde nicht auftauchte, holte sie Erkundigungen über ein Konsulat ein und stieß im Internet darauf, dass der Mann offenbar mit Schafen handelt. Es folgten Mahnbrief und Mahnbescheid, bevor sich beim Gerichtstermin schließlich herausstellte, dass die Domina den Falschen beschuldigte und dieser "schon angesichts seines vorgerückteren Alters" nicht der betreffende Kunde war. Der Schafhändler wiederum hielt ihr vor, dass ihm seine Ehefrau wegen der Klage erhebliche Vorhaltungen gemacht habe.

Die Domina konnte den von ihr gesuchten Kunden dann doch noch auf einem Foto identifizieren. Es handelte sich um den Geschäftspartner des Beklagten. Auf die Mühe einer neuerlichen Klageerhebung verzichtete sie allerdings, wie das Gericht mitteilte. Die Domina bleibt nun auf mehreren hundert Euro Verfahrenskosten sitzen.

(sis/afp)