epa/Nadeem Khawer

Doch keine Kleidervorschriften für Schulmädchen

17.9.2019 21:42 Uhr

Behörden haben in einer pakistanischen Provinz nach massiven Protesten die Kleidungsvorschrift für Mädchen zurückgezogen. Die Regierung der konservativen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa hatte am Montag Schulen angewiesen, sicherzustellen, dass Schulmädchen bereits ab der ersten Klasse ihren Körper und Kopf nach islamischer Tradition mit weiter Kleidung und Kopftuch oder einer Burka, die auch das Gesicht verhüllt, bedecken.

Der Bildungsminister der Region hatte erklärt, dass Mädchen so vor sexueller Belästigung geschützt würden.

Provinzregierung nimmt Anordnung zurück

Die Provinzregierung musste die Anordnung jedoch bereits am Dienstag zurückziehen, nachdem sich Aktivisten und Nutzer sozialer Medien lautstark dagegen ausgesprochen hatten. Der Schritt unterdrücke Mädchen und erinnere an die Herrschaft der radikalislamischen Taliban in der Region, hieß es.

Teile der Provinz, die an Afghanistan grenzt, wurden in der Vergangenheit von den pakistanischen Taliban kontrolliert, die mehrere hundert Mädchenschulen zerstörten. In Khyber-Pakhtunkhwa wurde auch die Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai angegriffen, als sie sich vor acht Jahren für die Schulbildung von Mädchen einsetzte.

(an/dpa)

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