dpa

Ditib rät Corona-Risikogruppen aufs Fasten im Ramadan zu verzichten

9.4.2020 16:09 Uhr

Der Islam-Dachverband Ditib hat angesichts der Coronavirus-Pandemie Risikogruppen im islamischen Fastenmonat Ramadan zur Zurückhaltung. Kranke zum Beispiel seien ohnehin vom Fasten befreit und sollten diese Möglichkeit auch nutzen, sagte Generalsekretär Abdurrahman Atasoy der Deutschen Presse-Agentur.

"Dieses Jahr empfehlen wir zusätzlich auch jenen, die sich zwar gesund fühlen, aber als sogenannte Risikogruppe gelten und sich körperlich nicht fit genug empfinden, ebenfalls auf das Fasten zu verzichten. Die Gesundheit hat Vorrang."

Ramadan beginnt am 24. April

Der Ramadan beginnt am 24. April und endet einen Monat später mit dem Zuckerfest. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime nach religiösem Brauch von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Als Risikogruppen für das Coronavirus gelten Ältere, Krebspatienten in Chemotherapie und Menschen etwa mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen. "Wenn sich die Gläubigen unsicher sind, ob sie fasten sollten, sollen sie ihren Arzt konsultieren und seinen Empfehlungen Folge leisten", sagte Atasoy.

Generell blickten Muslime wahrscheinlich einem Ramadan in den eigenen vier Wänden entgegen, sagte Atasoy. Man richte sich nach den Empfehlungen der Behörden und habe bereits am 13. März gemeinschaftliche Veranstaltungen samt Gottesdiensten ab zwei Personen in allen Moscheen ausgesetzt. "Erst wenn es deutliche Entwarnung und ausdrückliche Erlaubnis für das Zusammenkommen größerer Menschengruppen gibt, werden wir unsere gemeinsamen Gottesdienste und Veranstaltungen wieder aufnehmen." Normalerweise kämen im Ramadan in den Moscheen zahlreiche Menschen zum allabendlichen Fastenbrechen zusammen.

Fragen-Antwort-Runden im Internet

Zahlreiche Ditib-Gemeinden böten aktuell Online-Formate wie interaktiven Unterricht über das Internet, Predigten oder Frage-Antwort-Runden über die sozialen Medien an. Auch Gruppenchats würden mehr genutzt.

Am vergangenen Freitag hatte ein Auflauf von 300 Menschen vor einer Berliner Moschee für Aufsehen gesorgt. Die Moschee gehört aber nicht zum Ditib-Verband.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.