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Diplomat: Neues Erdgasfeld wird türkische Verhandlungspositionem verbessern

26.8.2020 22:02 Uhr, von Andreas Neubrand

Die jüngste Entdeckung der größten Erdgasreserve der Türkei im Schwarzen Meer wird Ankaras Positionen bei künftigen Gasabkommen mit Russland und dem Iran stärken, sagte ein pensionierter türkischer Botschafter.

"Im nächsten Jahr werden wir mit Russland und 2025 mit dem Iran neue langfristige Verträge über Gaslieferungen aushandeln. Früher war unsere Position nicht sonderlich stark. Unser Verbrauch stieg stetig, deshalb konnten sie sich meistens durchsetzen", so Mithat Rende: "Doch mit der neuen Entdeckung hat sich unsere Verhandlungsposition verbessert."

Türkei wird weiter Gas in Aserbaidschan kaufen

Letzte Woche gab Präsident Recep Tayyip Erdogan bekannt, dass die Türkei ihre bisher größte Erdgasreserve im Schwarzen Meer mit einer Kapazität von 320 Milliarden Kubikmetern entdeckt hat.

Dabei glaubt er nicht, dass die Entdeckung einen großen Einfluss auf die türkische Außenpolitik haben werde. "Wir werden weiterhin Erdgas in Aserbaidschan kaufen", so Rende.

Türkei muss in erneuerbare Energien investieren

2019 hat die Türkei 45,21 Milliarden Kubikmeter Erdgas importiert. Davon stammen 33,6 Prozent aus Russland und 17,1 Prozent aus dem Iran. "Mit der Entdeckung können wir die Abhängigkeit vom Ausland um ein Drittel verringern", sagte der ehemalige Botschafter.

Außerdem müsse die Türkei mehr in Wind- und Solarenergie investieren. Auch dies würde bei zukünftigen Verhandlungen helfen. "Dies würde der Türkei einen großen Vorteil bringen", erklärte Rende.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung ist dies auch eine "prestigeträchtige Entdeckung". Die Türkei habe nun die Möglichkeit von einem "Spieler im Downstream zu einem Spieler im Upstream zu werden", so Rende und erklärte, dass dies auch eine Chance für die Türkei sei, ihre Tiefseebohrkapazitäten zu erweitern.

"All dies ist zum Vorteil der Türkei", sagte er.

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