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Die Welt begrüßt das neue Jahr

31.12.2019 23:59 Uhr

Den Anfang machten die Inselstaaten Samoa und Kiribati, dann folgten unter anderem Neuseeland, Australien und Japan: In den ersten Ländern der Welt ist das Jahr 2020 angebrochen.

Trotz verheerender Buschbrände nahe Sydney begrüßte die ostaustralische Millionenmetropole das neue Jahr mit einem umstrittenen Feuerwerk. Um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit schossen Feuerwerkskörper aus der Harbour Bridge und ließen den Hafen samt dem bekannten Opernhaus 12 Minuten lang in einem bunten Lichtspektakel erstrahlen. Zur großen Feier mit rund einer Million Besuchern wehten die Fahnen in Gedenken an die Brandopfer auf halbmast.

Angesichts der seit Wochen wütenden Buschbrände in der Region hatte eine Petition zur Absage der Pyro-Show Hunderttausende Unterzeichner gefunden. Doch die Feuerwehr erteilte eine Sondergenehmigung für das Feuerwerk, das der Küstenmetropole alljährlich Einnahmen von umgerechnet rund 80 Millionen Euro beschert. Die Zahl der Todesopfer bei den Feuern im Südosten Australiens stieg nach offiziellen Angaben am Dienstag auf zwölf.

Apia als erstes reingeschliddert

Als Erste weltweit hatten Einheimische wie Touristen in Samoas Hauptstadt Apia um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit den Jahreswechsel gefeiert. Gedämpft wurde die diesjährige Feierfreude von einem Ausbruch der Masern, an denen seit Oktober 81 Menschen gestorben sind. Wie auch Kiribati liegt der Südseestaat gerade westlich der internationalen Datumsgrenze. Samoa hatte sich 2011 per Verlegung seiner Zeitzone in die Silvester-Pole-Position gebracht - noch eine Stunde vor Neuseeland. Seither reisen nicht wenige Touristen ins entlegene Inselgebiet, um beim Jahreswechsel weltweit ganz vorn dabei zu sein.

Eine Stunde nach Samoa und Kiribati gingen um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Neuseeland die Feuerwerkskörper in die Höhe. In der größten Stadt Auckland strahlte die Harbour Bridge in Farbenwellen. Der Fernsehturm Sky Tower - das mehr als 300 Meter hohe Stadtwahrzeichen - spie wie schon in früheren Jahren Raketen aus seiner Spitze.

Glocken läuten 108 mal

In Japan erklangen um 16 Uhr MEZ die Glocken der buddhistischen Tempel 108 Mal. Dies entspricht nach dem buddhistischen Glauben der Zahl der irdischen Wünsche, die ein Mensch überwinden muss, um das Nirwana zu erreichen. In den kommenden drei Tagen werden Millionen Japaner die Tempel und Schreine im Land besuchen, um dort für Glück und Wohlstand zu beten.

In der von Unruhen überschatteten chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong wurde kurz vor dem Jahreswechsel (17 Uhr MEZ) die Absage des geplanten Großfeuerwerks bestätigt. Die Touristenbehörde nannte Sicherheitsgründe wegen erwarteter Protestaktionen. Stattdessen sollte es die allabendlich veranstaltete Lichtshow in einer speziellen Neujahrsversion geben. In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh soll dagegen planmäßig in luftiger Höhe das Feuerwerk starten. Die Pyro-Show findet auf dem landesweit höchsten Gebäude, dem über 500 Meter hohen Wolkenkratzer Taipeh 101, statt.

Kreative Protestaktionen zu Silvester

In mehreren Großstädten Indiens - der mitteleuropäischen Zeit um viereinhalb Stunden voraus - kündigten verschiedene Gruppen an, die Silvesterfeiern am Abend mit kreativen Protestaktionen begleiten zu wollen. Seit Wochen demonstrieren Tausende im Land gegen ein umstrittenes Einbürgerungsgesetz.

Um 22 Uhr MEZ begrüßt Moskau das neue Jahr. Um eine Stunde der mitteleuropäischen Zeit voraus sind einige osteuropäische Länder, bevor dann auch in Deutschland die Korken knallen.

Die größte Silvesterparty der Republik steigt wieder in Berlin am Brandenburger Tor. In der deutschen Hauptstadt sind zum ersten Mal Raketen und Böller nicht nur auf der dortigen Partymeile verboten, sondern auch in einigen Bereichen darüber hinaus. Bundesweit entspannte sich erneut eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Böllerei angesichts von Klimaschutz sowie Lärm und Aggressionen rund um die Jahreswechselnacht. Schon Stunden vor Mitternacht gab es aus vielen Regionen Deutschlands zahlreiche Berichte über Verletzte und Brände.

Villar de Corneja will nicht so lange aufbleiben

In Italien beschlagnahmte die Polizei in mehreren Großräumen massenhaft illegale Feuerwerkskörper - allein in Neapel und Umgebung vor Silvester-Beginn 52 Tonnen. In vielen italienischen Städten sind private Feuerwerke verboten. In Rom riskiert man zum Beispiel eine Strafe von 500 Euro, wenn man Böller und ähnliches zündet.

Bereits mittags läuteten die Bewohner des spanischen Dorfs Villar de Corneja das neue Jahr ein. In der Mini-Gemeinde westlich von Madrid sind nur rund 30 Menschen registriert, von denen die meisten über 80 Jahre alt sind. Die betagten Bürger wollen nicht bis Mitternacht wach bleiben und feiern den Jahreswechsel deshalb zwölf Stunden früher.

Doppeltes Silvester

In der britischen Hauptstadt London, die eine Stunde nach Berlin ins neue Jahr kommt, wurden zum traditionellen Feuerwerk am Riesenrad London Eye nach Angaben der Stadt mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Für besonders große Silvesterfreunde ergibt sich im Pazifik die Möglichkeit, gleich zweimal ins neue Jahr hineinzurutschen. Dafür könnte man nach dem Prosit auf Samoa nach Amerikanisch-Samoa reisen. Die Hauptstädte der Inseln liegen nur rund 125 Kilometer Luftlinie entfernt. Das US-Außengebiet liegt aber schon östlich der Datumsgrenze und hat 25 Stunden Zeitunterschied. Damit gehören Menschen auf Amerikanisch-Samoa auch noch nach Hawaii zu den letzten Ankömmlingen im Jahr 2020.

(be/dpa)

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