DHA

Die Türkei mausert sich zu einem führenden Waffenexporteur

7.5.2020 19:49 Uhr

Bislang war die Türkei dafür bekannt, Waffen aus dem Ausland zu importieren - im letzten Jahr für Rekordsummen unter anderem aus Deutschland. Doch die Regierung um Präsident Recep Tayyip Erdogan setzt nun verstärkt darauf, eigenes Militärgerät zu produzieren.

Zuletzt kamen bereits in der syrischen Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei spezielle Kampfdrohnen zum Einsatz. So auch in Libyen, wo die Türkei die Einheitsregierung im Kampf gegen Rebellentruppen unterstützt. Die Drohne vom Typ "Bayraktar TB2" zählt international zu der Besten seiner Klasse. Mittlerweile wird die Türkei laut des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri auf Rang 14 der weltweit größten Rüstungsexporteure geführt.

Eigenes Kampfflugzeug in Planung

Hauptabnehmer türkischer Waffen sind eher kleinere Staaten wie Turkmenistan oder der Oman, aber auch Pakistan ist dabei. Doch die Türkei hat große Ziele: Laut Experten soll bis zum 100. Gründungsjubiläum der türkischen Republik im Jahr 2023 der Waffenexport von derzeit rund 2,8 Milliarden Euro auf mehr als 9,3 Milliarden im Jahr steigen.

Die effektive Drohne "Bayraktar TB2" wird schon jetzt stark nachgefragt, weil sie den Militärs entscheidende Vorteile bietet. Sie kann ein Konfliktgebiet gut überblicken und Ziele genau identifizieren. Zudem soll die Luftwaffe ein selbstentwickeltes Kampfflugzeug erhalten und die türkische Marine-Flotte von 112 Schiffen um 24 neue verstärkt werden. Mit dabei ist laut Medienberichten die "TCG Anadolu", der erste Hubschrauberträger der Türkei.

Erdogan käme Ziel näher

Wenn diese Militärgeräte ähnlich erfolgreich werden, wie es bei der Drohne „Bayraktar TB2“ der Fall ist und die Türkei so seine Stellung als Waffenexporteur weiter ausbaut, hätte dies für das Land einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt. Dem Ziel, die regionale Macht zu stärken, käme man damit einen deutlichen Schritt näher.

(bl)

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