Der Nutri-Score ist ein System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln. Eine fünfstufige Farb- und Buchstabenskala liefert einen Überblick über die Nährwertqualität eines Produktes. IMAGO / Future Image

Die neue Farb-Hilfe beim Lebensmittelkauf kommt in Gang

14.2.2021 15:12 Uhr

Das neue Logo Nutri-Score mit einer Farbskala plus Buchstaben soll Kunden helfen, Dickmacher, aber auch gesündere Fertigprodukte leichter zu erkennen. Dafür muss es aber auf möglichst breiter Front in die Läden kommen. Gut drei Monate nach dem offiziellen Start in Deutschland haben sich mittlerweile 116 Firmen mit 236 Marken für eine freiwillige Nutzung registriert, darunter Hersteller und Händler.

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, damit sei in kurzer Zeit "die erste Schallmauer" von 100 durchbrochen. Das in Frankreich entwickelte System bedeutet so viel wie "Nährwert-Punktzahl" und bezieht neben Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Elemente wie Ballaststoffe, Eiweiß oder Anteile an Obst und Gemüse ein. Für die Mengen je 100 Gramm werden Punkte vergeben. Heraus kommt ein einziger Wert, der in einer Fünf-Stufen-Skala mit einer hervorgehobenen Fläche angezeigt wird: von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zum roten "E" für die ungünstigste.

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, aufgenommen bei der Entsendung des Aktion Nutri-Score-Trucks. IMAGO / photothek

Unternehmen, die Nutri-Score verwenden wollen, müssen sich bei der französischen Gesundheitsagentur als Markeninhaberin registrieren und dann auch an Nutzungsbestimmungen halten. Dabei geht es um eine Ergänzung der EU-weit verpflichtenden Nährwerttabellen mit Angaben auch zu Kalorien. Die sind allerdings meist klein gedruckt hinten auf den Packungen zu finden. Nutri-Score muss auf die Vorderseite. Als Rahmen für eine rechtssichere Nutzung in Deutschland trat Anfang November eine Verordnung in Kraft. Das Logo startete in den Läden aber nicht bei Null - einige Anbieter setzten es schon vorher ein. Bis Mitte Januar waren es zunächst 93 registrierte Firmen gewesen. "Die Zahlen und der Zuspruch steigen kontinuierlich", sagte Klöckner

Verbraucherschützer setzen darauf, dass Nutri-Score auch einen Wettbewerb der Hersteller anstößt, damit Rezepturen gesünder werden. Und Algorithmus-Änderungen dürften nicht aufgrund eines "Wunschkonzerts der Lebensmittelindustrie" kommen.

(dpa)

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