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Die besten Tipps zum schnelleren Surfen

28.5.2019 12:02 Uhr

Langsamer Seitenaufbau im Browser, ständige Abbrüche bei Downloads und beim Streaming von Videos, und kurz vor der Bestellung im Online-Shop geht plötzlich gar nichts mehr – Horrorszenarien für jeden Internetnutzer. Da ist Frust vorprogrammiert. Doch wo liegen die Ursachen? Wer der Sache auf den Grund geht, kann oft auf einfache Weise Abhilfe schaffen.

Ohne schnelles Internet sind viele Angebote kaum nutzbar. Wer Filme über Streamingplattformen wie Netflix, amazon Prime Video oder maxdome sehen will und dafür auch noch Geld bezahlt, ärgert sich zu Recht, wenn mitten in der spannendsten Szene plötzlich das Bild einfriert und schließlich der Film komplett abbricht. Während das Surfen zwar normalerweise noch ganz gut funktioniert, wird es plötzlich problematisch, wenn z. B. ein größerer Download eines Windows-Updates ansteht. Da fragt sich jeder: Warum geht das nicht schneller?
Liegt es am Provider, also am Anbieter, der einem das Internet ins Haus liefert? Ist der Router schuld? Oder liegt es an der Reichweite des W-LANs?

Diese Schritte sind empfehlenswert, um dem langsamen Internet auf den Grund zu gehen:

1. Der Speedtest

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Kommt auch tatsächlich die Geschwindigkeit zuhause an, wie sie vom Provider versprochen wird? Wer eine Leitung mit 50.000 oder gar 100.000 kBit/s gebucht hat und auch bezahlt, möchte schon, dass auch so viel ankommt wie angegeben. Doch leider ist das meistens nicht so. Gründe hierfür können die Entfernung zwischen Computer und Router sein, wenn die Verbindung über das Wireless LAN aufgebaut wird. Sind mehrere Rechner gleichzeitig im Netz oder wird über den Fernseher gestreamt, kommt logischerweise nicht mehr die volle Geschwindigkeit auf jedem Gerät an. Über einen sogenannten Speedtest kann man schnell und einfach die Geschwindigkeit des Anschlusses testen. Dazu sollte man zunächst alle Computer und sonstigen Endgeräte wie Fernseher, Handys, Tablets etc., die sich im Heimnetz befinden, ausschalten und den Test mit einem PC ausführen, ohne dass andere Geräte zur selben Zeit auf das Internet zugreifen. Das Ergebnis wird umso genauer, wenn der Test-PC idealerweise mit einem LAN-Kabel und nicht über W-LAN mit dem Router verbunden ist.
Es werden drei Werte gemessen:

  • Download-Geschwindigkeit
  • Upload Geschwindigkeit
  • Ping-Geschwindigkeit

Während die Geschwindigkeit für den Download beim Herunterladen und für den Upload beim Hochladen gemessen wird, steht der Ping-Wert für die Antwortzeit der Verbindung, also für die Zeit, in der Daten zu einem Empfänger geschickt werden und dessen Antwort zurückkommt. Je geringer der Ping-Wert ist, desto besser ist die Performance bei Online-Spielen, wo es nicht nur auf eine stabile Internetverbindung, sondern vor allem auf schnelle Reaktionen ankommt.

2. Die Routereigenschaften und Einstellungen

Router sind das Herzstück des Internetempfangs. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere Computer an das Internet angebunden werden sollen oder eine drahtlose Verbindung gewünscht wird. Die meisten Router sind mit W-LAN ausgestattet, wobei sie in der Regel auch über mehrere kabelgebundene LAN-Anschlüsse verfügen. Wer lediglich einen Computer über ein LAN-Kabel mit dem Internet verbinden möchte und den PC in der Nähe des Internethausanschlusses aufstellen kann, könnte auch auf einen Router verzichten und den PC direkt per LAN-Kabel mit dem DSL- oder Kabelrouter vom Netzbetreiber verbinden. Das war vor vielen Jahren häufig noch die Regel. Später wurden dann Router – anfangs ohne W-LAN-Eigenschaften – dazwischengeschaltet, damit man an einem Internetanschluss mehrere PC’s betreiben konnte. Mit der hinzugekommenen W-LAN-Funktionalität wurde das Internet dann drahtlos und nahezu im ganzen Haus nutzbar, vor allem mit Laptops. Allerdings verfügten viele Laptops noch nicht über einen eingebauten W-LAN-Adapter. Die Lösung war entweder eine nachträglich eingebaute W-LAN-Netzwerkkarte über einen freien Slot im Laptop oder ein W-LAN-Stick, den man einfach in den USB-Anschluss steckte. Solche W-LAN-Sticks haben heutzutage noch lange nicht ausgedient. Sie sind inzwischen sehr viel ausgereifter und helfen beispielsweise dann, wenn z. B. ein PC in einem anderen Zimmer steht als der Router und eine Kabelverbindung nicht möglich ist. Auch ältere Laptops lassen sich bequem über einem W-LAN-Stick mit dem Internet verbinden. Wichtig sind vor allem die Eigenschaften des W-LAN-Sticks, der den eigenen Bedürfnissen und den technischen Gegebenheiten des Routers gerecht werden sollte. Denn wenn ein W-LAN-Router das 5-GHz-Frequenzband nutzt, sollte der W-LAN-Stick dies auch beherrschen können.

Die Netzbetreiber bieten heute anstelle eines DSL- oder Kabelmodems ihren Kunden gleich einen kompletten W-LAN-Router mit integriertem Modem an, das nur noch mit der Internet-Anschlussdose verbunden werden muss. Hier werden unnötige Kabelverbindungen eingespart, was durchaus für eine stabilere Konnektivität sorgt. Und hier ist der 5-GHz-Frequenzbereich inzwischen ebenfalls sehr verbreitet. Im bewährten 2,4-GHz-Bereich stehen 13 Kanäle zur Verfügung, von denen 3 überlappungsfrei genutzt werden können, also ohne Störungen, falls dieser Kanal von mehreren Nutzern verwendet wird. Beim 5-GHz-Band stehen bei einer Kanalbreite von 20 MHz ganze 19 störungsfreie Kanäle bereit. Die Sendeleistung ist zudem höher und es gibt weniger Nutzer des 5-GHz-Frequenzbereichs, was für eine bessere Performance sorgt. Der Nachteil: Wenn das Gerät, das ins Internet soll, über keinen kompatiblen W-LAN-Adapter für den 5-GHz-Frquenzbereich verfügt, kann man damit diese Vorteile nicht nutzen. Zum Glück beherrschen die meisten aktuellen W-LAN-Router sowohl den weit verbreiteten 2,4- als auch den 5-GHz-Frequenzbereich.
Wer das Gefühl hat, dass die schlechte Internetverbindung mit der W-LAN-Verbindung zu tun hat, sollte sich die Einstellungen des Routers am besten genauer anschauen. Um beim Frequenzband zu bleiben, wird hier in den meisten Fällen automatisch der bestmögliche Kanal vom Router ausgewählt. Wenn aber aus den Einstellungen hervorgeht, dass auf demselben Kanal bereits eine Vielzahl anderer Dienste genutzt werden, kann die Einstellungen auch manuell ändern und testen, ob die W-LAN-Verbindung dadurch stabiler läuft. Grundsätzlich ist es sinnvoll, ältere Router gegen ein neues Modell mit besseren Eigenschaften auszutauschen. Man surft dadurch nicht nur schneller, sondern auch sicherer.

3. Der Routerstandort

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Wer in einem dicht besiedelten Wohngebiet wohnt oder in der City, wird es schwer haben, im 2,4-GHz-Band einen freien Kanal zu finden. Insofern ist der Wohnort auch ein entscheidender Faktor, ob man mehr oder weniger störungsfrei im W-LAN unterwegs ist. Im neueren 5-GHz-Band läuft es gerade in diesem Fall deutlich problemloser. Wer noch Laptops mit 2,4-GHz-Adapter nutzt und nicht gleich ein neues kaufen möchte, kann auch hier einfach einen modernen W-LAN-Stick mit 5-GHz-Funktionalität nutzen und den internen Adapter einfach deaktivieren.
Der ideale Standort eines W-LAN-Routers im Haus oder in der Wohnung ist ebenfalls ein entscheidender Faktor für die Qualität der Verbindung. Wenn der Router im Keller steht und in der 3. Etage kein Signal empfängt, braucht sich darüber nicht wundern. Ideal ist ein Standort in der mittleren Etage eines mehrstöckigen Hauses, um die darunter und darüber liegenden noch mit W-LAN versorgen zu können. Dabei sollte der Router möglichst so aufgestellt werden, dass keine Hindernisse die Leistung einschränken können. Auch für die Wohnung gilt: Am besten einen zentralen Standort wählen und das Gerät freistehend aufstellen. Der Abstand vom Router bis zum Endgerät sollte so gering wie möglich sein. Bei mehrstöckigen Gebäuden empfiehlt sich ein W-LAN-Verstärker bzw. Repeater, den man zwischen Router und Computer platziert. Damit wird der W-LAN-Empfang verstärkt und die Reichweite erhöht.
Dicke Wände und Decken sind eine weitere Barriere für eine gute Internetverbindung, gegen die man leider wenig machen kann. Wenn hier auch ein W-LAN-Verstärker nicht die gewünschten Verbesserungen hervorruft, sollte alternativ zu einem Power-LAN-Adapter greifen. Hier wird anstelle eines LAN-Kabels, dass man oft nicht ohne Weiteres im Haus verlegen kann, die Stromleitung zur Übertragung des Internetsignals genutzt. Da über diesen Weg keine Funkverbindung nötig ist, sind dicke Wände also kein Hindernis.

4. Die Computereinstellungen

Eine schlechte Internetverbindung kann aber auch mit den Einstellungen des PC’s zusammenhängen. Besonders dann, wenn die Verbindung nur bei einem bestimmten Computer zu Problemen führt, sollte man sich das Gerät genauer ansehen. Möglich sind falsche oder veraltete Treiber oder versäumte Windows-Updates. Auch Viren und Trojaner können die Ursache für eine langsame Internetverbindung sein. Auch Browser-Plugins oder Cookies können die Geschwindigkeit bremsen. Wer seinen PC immer aktuell hält und das Gerät auf Virenbefall checkt, kann dem Problem möglicherweise auf die Schliche kommen. Unnötige Browser-Plugins und Cookies am besten löschen und auch gleich den Browser an sich auf Aktualität überprüfen.

(Hürriyet.de)