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DFB-Führung sichert Referees Unterstützung zu

30.10.2019 13:58 Uhr

Die Gewalt gegen Amateur-Schiedsrichter nimmt erschreckende Formen an. Jetzt hat die Führung des DFBs die zunehmenden Angriffe scharf verurteilt - und den ehrenamtlichen Unparteiischen Unterstützung zugesagt.

"Die zahlreichen Gewalttaten, Respektlosigkeiten und Übergriffe gegen Schiedsrichter auf den Amateurplätzen schockieren auch uns, wir sind bestürzt, fassungslos und betroffen", heißt es in einem von Präsident Fritz Keller, den Vizepräsidenten Rainer Koch und Ronny Zimmermann sowie Generalsekretär Friedrich Curtius unterzeichneten Brief.

Jeder Vorfall "sei einer zu viel, jede Form von Gewalt sei nicht akzeptabel", schrieb die DFB-Spitze weiter. "Angriffe auf den Schiedsrichter sind Angriffe auf den Fußball. Und das muss, da gibt es keine zwei Meinungen, aufhören!"

"Wir lassen Sie nicht allein!"

Es müsse alles dafür getan werden, die Schiedsrichter in den unteren Spielklassen zu schützen. "Wir als Dachverband werden die Landesverbände und die Schiedsrichter-Ausschüsse uneingeschränkt bei allem unterstützen, was dazu dient, dass möglichst alle Fußballspiele in Deutschland wieder gewaltfrei stattfinden", kündigte der DFB an und versicherte den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern: "Wir lassen Sie nicht allein!"

Zugleich appellierten Keller & Co. an die staatlichen Institutionen, gegen die zunehmende Gewalt mit aller Schärfe vorzugehen. "Gefragt ist nicht nur die Sportgerichtsbarkeit, sondern vor allem Polizei, Justiz und auch die Politik. Fußballplätze sind keine rechtsfreien Räume", hieß es. Und weiter: "Von den Staatsanwaltschaften und der Polizei wünschen wir uns mitunter einen größeren Ermittlungseifer, wenn es um Straftaten auf dem Fußballplatz geht."

"Völlig inakzeptable Verrohung"

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sieht in allen gesellschaftlichen Bereichen eine "völlig inakzeptable Verrohung" im Umgang miteinander. Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter in der Vorwoche "sei es ausdrücklich zu begrüßen", dass der DFB dieses Thema jetzt aktiv aufgreift. Das sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

"Grundsätzlich greift zunächst die Sportgerichtsbarkeit, die schnell Sperren oder auch weitergehende Maßnahmen aussprechen kann", sagte Freitag. Tätlichkeiten, Körperverletzungen oder auch Beleidigungen seien Straftaten, die "selbstverständlich vor Gericht geahndet werden. Voraussetzung dafür ist eine Strafanzeige oder eine Kenntnis der Ermittlungsbehörden von einer Straftat", sagte die 66-Jährige. Konkreten Handlungsbedarf des Gesetzgebers sieht Freitag aktuell aber nicht.

(be/dpa)

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