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Deutschland und Großbritannien berufen UN-Sondersitzung ein

4.6.2019 9:54 Uhr

Im Sudan eskaliert der Konflikt zwischen der Opposition und dem regierenden Militär. Aus diesem Grund haben Deutschland und Großbritannien eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Das teilten Diplomatenkreise am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Sitzung solle am Dienstagnachmittag hinter geschlossenen Türen stattfinden.

Zuvor hatten sudanesische Opposition und Ärzte mitgeteilt, dass Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen seien. Mindestens 30 Menschen seien getötet worden. Es werde versucht, mit Gewalt die seit Wochen andauernde Sitzblockade im Zentrum Khartums aufzulösen, twitterte das Gewerkschaftsbündnis SPA, die Organisatoren der anhaltenden Massenproteste im Sudan. Der militärische Übergangsrat bestritt aber, dass man versucht habe, die Sitzblockade gewaltsam aufzulösen.

Monatelange Massenproteste nach al-Baschirs Rücktritt

Nach drei Jahrzehnten an der Macht war Sudans Präsident Omar al-Baschir im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Die Verhandlungen waren kürzlich zusammengebrochen, da sich beide Seiten nicht darauf einigen konnten, wer die Regierung leiten sollte. Die Sitzblockade in Khartum, die maßgeblich zum Sturz Al-Baschirs beigetragen hatte, wurde auch nach dem Putsch weiter fortgeführt.

Der große Flächenstaat im Nordosten Afrikas gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Der Sudan mit seinen 41 Millionen Einwohnern steckt in einer schweren Wirtschaftskrise.

(an/dpa)