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Deutschland siegt klar gegen Weißrussland

16.1.2020 22:13 Uhr

Die Handball-Fans hatten in der Hauptrunde schon Böses erwartet. Zu schlecht waren die Leistungen von Deutschland in der Vorrunde der Handball-EM gewesen und zu knapp wurde die Hauptrunde erreicht. Doch nun scheint es so, als habe sich das deutsche Team endlich wieder auf seine Stärken besinnen können. Das bekam Weißrussland zu spüren und wurde mit 31:23 aus der Halle geworfen. Nun wartet Weltmeister Kroatien auf Deutschland - ein extrem starker Gegner.

Hellwach, hochkonzentriert und mit einem endlich wieder "bösen" Wolff im Tor: Die deutschen Handballer haben ihren großen Worten beeindruckende Taten folgen lassen und ihren Traum vom EM-Halbfinale am Leben erhalten. Das 31:23 (18:11) zum Hauptrundenstart gegen Weißrussland war der dringend benötigte Sieg im ersten von vier "Endspielen" auf dem Weg in die Medaillenrunde. Beste Werfer waren Rechtsaußen Timo Kastening (6 Tore), Rückraum-Shooter Julius Kühn (4) und Philipp Weber (4). Die nächste Hürde ist am Samstag (20.30 Uhr/ZDF) Ex-Weltmeister Kroatien, und dessen Superstar Domagoj Duvnjak in Diensten des THW Kiel weiß sehr genau, was ihn und seine Mannschaft erwartet. "Deutschland wird ein sehr schweres Spiel für uns. Sie haben eine überragende Mannschaft - eine Weltklassemannschaft. Es kann alles passieren." "Ich bin komplett zufrieden, das war eine deutliche Leistungssteigerung in allen Mannschaftsteilen", sagte Bundestrainer Christian Prokop bei der ARD: "Die Jungs haben das fantastisch gelöst."

Deutschland dreht im Schicksalsspiel auf

Verlieren verboten - so lautete das Motto der deutschen Mannschaft vor der Partie gegen Weißrussland. Mit einer Niederlage wäre der Rückstand auf einen der ersten beiden Tabellenplätze in der Gruppe 1 wohl schon aussichtslos geworden, das galt es unbedingt zu vermeiden. Die Partie war deshalb eine Art Schicksalsspiel für Bundestrainer Christian Prokop und sein Team.

Und die Spieler lieferten, die 5500 Zuschauer in der Wiener Stadthalle rieben sich verwundert die Augen. Fast alles klappte im Spiel dieser deutschen Mannschaft, die sich mehr schlecht als recht durch die Vorrunde gequält und die zweite Turnierphase nur mit viel Mühe erreicht hatte. "Wir wissen alle, dass wir mehr können", hatte Kapitän Uwe Gensheimer im Vorfeld versichert: "Wir haben ja nicht verlernt, Handball zu spielen."

Zurück zu alter Stärke

Das bestätigte die deutsche Mannschaft gegen offensichtlich ein wenig überraschte Weißrussen auf eindrucksvolle Art und Weise. Aus einer sicheren Abwehr heraus, hinter der ein zuletzt viel gescholtener Andreas Wolff den Gegnern fast Angst einzuflößen schien, ergaben sich sichere und kompakte Kombinationen im Angriff und gelungene Kombinationen. Mitte der zweiten Halbzeit schlichen sich dann aber auch wieder einige Unkonzentriertheiten ein, die es gegen Kroatien unbedingt abzustellen gilt.

Auf der rechten Außenbahn setzte sich gegen Weißrussland der Kleinste ganz groß in Szene. Wie ein Windhund jagte Timo Kastening das Spielfeld rauf und runter, viel zu schnell für seine behäbigen Gegenspieler, fast nach Belieben traf der wieselflinke Blondschopf ins weißrussische Tor. "Ich bin mir ganz sicher, dass es der Mannschaft bewusst ist, was auf dem Spiel steht", hatte DHB-Vize Bob Hanning vor dem Spiel gesagt: "Wenn wir den Druck als Rückenwind nehmen, dann haben wir eine gute Möglichkeit." Genauso setzten es die Spieler um, in der ersten Halbzeit klappte so gut wie alles. Da konnte es dann auch schon mal sein, dass Weltklasse-Linksaußen Uwe Gensheimer einen Treffer von Rechtsaußen erzielte.

Der Knoten ist förmlich explodiert

Rückraumspieler Fabian Böhm hatte es schon vor dem Anpfiff gewusst: "Der Knoten wird nicht nur platzen, der wird explodieren." Das tat er wirklich, eine wie entfesselt aufspielende deutsche Mannschaft lief zu keiner Zeit Gefahr, wie in der letzten Vorrundenpartie gegen Lettland einen klaren Vorsprung noch aus der Hand zu geben.

Deutschland behielt auch den Überblick, als die Weißrussen kurz nach der Pause besser ins Spiel kamen und den Rückstand auf fünf Treffer verkürzten: Julius Kühn, Patrick Zieker und Timo Kastening bauten den Vorsprung mit drei Toren innerhalb von 90 Sekunden wieder auf 22:14 aus. Fast keine Rolle spielte der ansonsten so gefährliche weißrussische Kreisläufer Artsem Karasek, den die deutsche Abwehr mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler, später mit dem Innenblock Paul Drux und Johannes Golla sicher im Griff hatte.

(ce/afp)

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