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Deutschland: Nur 2,5 Prozent der Reiserückkehrer aus Risikogebieten Corona-positiv

3.8.2020 18:05 Uhr

Die verpflichtenden Tests auf das Coronavirus stehen offensichtlich vor der Tür, wie Bundesgesundheitsminister Spahn von der CDU am Montag im "Morgenmagazin" sagte. Die ersten Entwürfe scheinen fertig zu sein. Nun sickern Ergebnisse von freiwilligen Corona-Tests an den Flughäfen aus Nordrhein-Westfalen durch, wie die Bild berichtet. So sollen 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer die kostenfreien Tests nutzen. Rund 2,5 Prozent der Heimkehrenden aus Risikogebieten würden positiv getestet.

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Land Deutschlands, und jetzt steht auch noch das Ende der Sommerferien vor der Türe. Nun kehren Urlauber auch aus Risikogebieten wie der Türkei zurück. Rund 40 bis 50 Prozent nutzen das kostenfreie Testangebot an Airports. Von den Getesteten sind rund 2,5 Prozent Rückkehrer aus den Risikogebieten positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtet die Bild.

Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister der CDU in NRW, sieht diese Zahl als zu hoch an. Und er verlangt die Solidarität, dass sich Rückkehrer aus Ländern wie der Türkei freiwillig testen lassen und bis zum Ergebnis in Quarantäne begeben. Das sei zu erwarten. Er regt zudem an, dass die Menschen, die den Test verweigern, ihren Namen hinterlassen müssen, damit der ans zuständige Gesundheitsamt des Wohnortes weitergeleitet werden könne.

Norbert Fiebig, DRV: "Reisen per se erhöht die Ansteckungsgefahr nicht"

Allein in der letzten Woche sind auf den vier nordrhein-westfälischen Airports rund 15.000 Menschen gelandet, die aus Risikogebieten heimkehrten. Türkei, Marokko, Ägypten, Israel – so lesen sich die Urlaubsorte, wo die Menschen waren. In Köln/Bonn waren 51 von knapp unter 5000 Tests positiv. Diese Reiserückkehrer wären ohne Tests als Spreader unterwegs gewesen. Ein Problem verortet Laumann bei Autoreisenden. Hier sei ein dichtes Kontrollnetz unmöglich umsetzbar. Die letzte Rückreisewelle wird für diese Woche erwartet und man scheint noch ratlos zu sein, wie man damit verfahren soll. Hier wäre der Gang zum Test oder in die Quarantäne angeraten.

Zum Thema Corona-Tests bei der Urlaubsrückkehr hatte sich auch der Deutsche Reiseverband (DRV) Ende Juli klar geäußert. Hier erklärte DRV-Präsident Norbert Fiebig: "Gesundheit hat oberste Priorität und niemand möchte eine zweite Corona-Welle. Alles, was daher gegen mögliche Ansteckungsgefahren getan werden kann, ist begrüßenswert. Nur wenn sich alle verantwortungsbewusst verhalten, kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden. Die steigenden Corona-Zahlen sind vor allem auf das Verhalten derjenigen zurückzuführen, die sich nicht an Hygiene- und Abstandsregeln halten – egal, ob im In- oder Ausland, ob im Restaurant oder in der S-Bahn. Reisen per se erhöht die Ansteckungsgefahr nicht und sollte auch nicht für alle neuen Corona-Infektionen verantwortlich gemacht werden." Er wies darauf hin, dass es keine Pauschalreisen in Risikogebiete gibt: "Die deutschen Reiseveranstalter bieten grundsätzlich keine Reisen in ausgewiesene Risikogebiete an. Urlauber, die auf 'Nummer Sicher' gehen möchten, sollten also gerade in Corona-Zeiten auf die Pauschalreise und die professionelle Beratung im Reisebüro setzen."

(ce)

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