imago/Moritz Müller

Deutschland in der Einzelkritik

24.3.2019 23:04 Uhr

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw wusste gegen die Niederlande im EM-Qualifikationsspiel in Amsterdam Fans und Gegner überraschen. "Die jungen Wilden" nahmen ihre Aufgaben an, spielten eine wahnsinnige erste Hälfte und hatten am Ende das Glück des Tüchtigen. Vielleicht sagt Gary Lineker ja nun doch wieder: "Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Spieler hinter einem Ball herjagen und am Ende gewinnt immer Deutschland."

Die Spieler in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Der Münchner untermauerte seinen Status als deutsche Nummer eins mit zwei starken Paraden gegen Ryan Babel (25./27.). Bei den Gegentreffern durch Matthijs de Ligt (48.) und Memphis Depay (63.) ohne Abwehrchance. - Note: 2,5

Matthias Ginter: Begann äußerst forsch, mit viel Offensivdrang. Seine defensiven Aufgaben erledigte der Gladbacher aber nicht immer zuverlässig, bekam vor dem Ausgleich den Ball nicht weg. Im Zusammenspiel mit Thilo Kehrer fehlten die Automatismen. - Note: 4

Niklas Süle: Joachim Löws neuer Abwehrchef wurde dieser Rolle zunächst gerecht. Brachte seinen Türsteher-Körper immer wieder gut in Position und räumte auf, wenn die Unordnung zu groß wurde. Doch als Oranje drückte, wackelte auch er. - Note: 3

Antonio Rüdiger: Schickte Serge Gnabry vor dem 2:0 auf den Weg. In der Abwehrarbeit mitunter zu fahrig, auch seine Bindung zu Flankenschutz Nico Schulz war bisweilen nicht eng genug. - Note: 3,5

Thilo Kehrer: Traute sich im Wechsel mit Ginter immer wieder nach vorne, hatte dort die Chance zum 0:3 (39.). Kam gegen Torschütze de Ligt zu spät ins Kopfballduell. Hat auf dieser Position Zukunft, muss aber noch reifen. - Note: 4

Joshua Kimmich: Pushte die Kollegen mit Wort und Tat, doch unter seinem Helferinstinkt litt sein eigenes Spiel. Zu unentschlossen vor dem 1:2, nach vorne ohne große Wirkung. - Note: 3,5

Toni Kroos: Anfangs ein ähnlich selbstbewusster Auftritt wie tags zuvor auf der Pressekonferenz ("Kritik ist Quatsch"). Denker und Lenker des deutschen Spiels mit Coolness und öffnendem Pass vor der Führung auf Nico Schulz. Dass Deutschland in Not kam, lag aber auch an ihm, sein Zugriff aufs Spiel schwand. - Note: 3

Nico Schulz: Erzielte kurz vor Schluss den Siegtreffer und bereitete das 0:1 durch Leroy Sane mit einem seiner vielen guten Flankenläufe vor. Hätte Rüdiger aber hier und da besser abschirmen müssen. - Note: 2,5

Leon Goretzka: Besetzte wegen der Oberschenkelprobleme bei Marco Reus im Dreiersturm die für ihn ungewohnte Position auf rechts. Konnte seine Stärken dort trotz seines Fleißes kaum zur Geltung bringen. - Note: 4

Serge Gnabry: Erzielte nach wunderbarem Solo, bei dem er auch Abwehrhüne Virgil van Dijk stehen ließ, sein fünftes Länderspieltor - im erst sechsten Einsatz. Immer wieder gefährlich, überall zu finden. Tauchte in Halbzeit zwei ab, half aber tapfer hinten aus. - Note: 2,5

Leroy Sane: Sein trockener Abschluss brachte die wichtige Führung. Ließ sein Ausnahmetalent nicht nur bei seinem dritten Länderspieltor (15.) aufblitzen. Vergab mit dem schwächeren rechten Fuß das 0:3 (40.). Dennoch: Macht Spaß! - Note: 2

Ilkay Gündogan: Kam für Goretzka (70.), um das schwächelnde deutsche Zentrum zu stärken. Rückte auf die Zehn, ohne dort große Wirkung zu entfalten. - ohne Note

Marco Reus: Stand wegen Schmerzen im Oberschenkel nicht in der Startelf. Kam kurz vor Schluss für Gnabry (88.). - ohne Note

(ce/afp)

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