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Deutschland hat bisher über 10.000 Flüchtlinge aus der Türkei aufgenommen

8.7.2020 13:24 Uhr

Es war am 18. März 2016, als die damalige und heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem damaligen Außenminister der Türkei, Ahmet Davutoglu, den Flüchtlingspakt zwischen 28 Mitgliedsstaaten der EU und der Türkei verkündete. Im Zuge der Vereinbarung hat Deutschland aus der Türkei bis zum aktuellen Stand von 26.835 Flüchtlingen, die aus der Türkei in die EU kamen, 9967 aufgenommen.

Das liegt weit über dem EU-Schnitt. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag. Frankreich, das nach Deutschland auf dem zweiten Platz bei der Aufnahme von Refugees liegt, nahm weniger als die Hälfte vom deutschen Kontingent auf. Nach Angabe der Türkei hat das Land rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Um einen geregelten Zufluss in die EU zu gewährleisten, wurde 2016 vereinbart, dass die Türkei dafür Sorge trägt, illegale Migranten an der Flucht in die EU zu hindern.

Einige EU-Länder entziehen sich ihrer Verantwortung

Ein weiterer Teil der Vereinbarung sagt aus, dass die Türkei sich verpflichtet, die Migranten wieder aufzunehmen, die auf unkontrollierten und illegalen Wegen nach Griechenland einreisen. Dafür sollen laut Abkommen registrierte Migranten aus den Lagern in der Türkei in die EU gelangen. Von diesen 26.835 registrierten Migranten nahm Holland 4571 Refugees auf, Finnland 1964, nach Schweden wurden 1940 Migranten gebracht und 766 nach Spanien. Zahlen, die weit unter dem Kontingent liegen, welches Deutschland aufnahm, wie die "Welt" berichtet. Bemängelt wird auch, dass sich Länder wie Ungarn, Polen, Irland, Rumänien, die Slowakei, Tschechien, Zypern und Griechenland dem EU-Pakt völlig entziehen und keine syrischen Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen.

Deutschland lobt explizit die Wichtigkeit der Vereinbarung. Zwar treffe jedes EU-Land selbst die Entscheidung, ob es Refugees aufnehme, aber letztlich habe das Abkommen dazu beigetragen, die Zahl der illegalen Grenzübertritte nachhaltig einzubremsen. Besonders über den gefährlichen Seeweg sei die Zahl signifikant rückläufig, wodurch weniger Todesopfer zu beklagen seien. Doch es gibt auch Kritik. So wird aus den Reihen der FDP geäußert, dass es nicht sein könne, dass zwar alle Länder vom Abkommen zwischen der Türkei und der EU profitieren, aber sich einige Staaten in Gänze ihrer Verantwortung zur Aufnahme von Menschen entzögen.

(ce)

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