Symbolbild: imago/Marius Schwarz

Deutschland hadert mit IS-Heimkehrern

5.4.2019 17:15 Uhr

Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Syrien ist eine als Gefährderin eingestufte Frau verhaftet worden. Momentan sitzt sie wegen Kindesentziehung in Haft. Sie sei am Donnerstag am Stuttgarter Flughafen mit ihren drei Kindern gelandet und wegen des Vorwurfs der schweren Kindesentziehung nach ihrer Ankunft aufgegriffen worden, teilte ein Sprecher der zuständigen Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit.

Die 32-jährige Deutsche ist demnach im Herbst 2015 mit ihren drei Kindern gegen den Willen des Vaters nach Syrien gegangen. Eines der Kinder sei im Ausland gestorben, die Frau habe dort ein weiteres Kind bekommen. Sie wird seit mindestens 2017 als Gefährderin eingestuft.

Die Frau ist nicht die Erste und nicht die Einzige aus Syrien um die sich die deutschen Behörden kümmern müssen. Die Bundesregierung hat mehrere Kinder inhaftierter Anhänger der IS-Terrormiliz aus dem Irak nach Deutschland geholt. Es handle sich um eine hohe einstellige Zahl von Minderjährigen, hieß es dazu aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie seien zu Verwandten in Deutschland gebracht worden. Den Angaben zufolge sitzen derzeit noch acht Deutsche in irakischer Haft, nachdem sie dort als Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat verurteilt worden waren.

Todesstrafe gegen Deutsche verhängt

Dazu zählt unter anderem Levent Ö. aus Gladbeck, gegen den ein Gericht in Bagdad die Todesstrafe verhängt hatte. Er soll 2013 in das Bürgerkriegsgebiet gereist sein. Sein Fall liegt derzeit bei einem Berufungsgericht in Bagdad. Auch in den meisten anderen Verfahren gegen die deutschen IS-Anhänger gibt es dem Auswärtigen Amt zufolge noch kein rechtskräftiges Urteil.

Inhaftiert ist auch Lamia K. aus Mannheim, deren Todesurteil vor rund einem Jahr in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden war.

Ihre Tochter Nadia erhielt in einem Prozess in Bagdad lebenslänglich.

In einem irakischen Gefängnis sitzt zudem Linda W. aus Pulsnitz, die zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden war.

(an/dpa)