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Deutschland fährt zur EM2020

16.11.2019 23:06 Uhr

Vier Tore gegen Weißrussland gemacht, Doppelpack von Toni Kroos, eine bockstarke Leistung von Matthias Ginter, einen Elfer von Manuel Neuer gehalten, die weiße Weste gesichert und das EM-Ticket gelöst - Deutschland sicherte sich mit einer guten Leistung die Teilnahme an der EM2020. Dabei ließ sich die Partie eigentlich etwas zähflüssiger an und erst der Hackentreffer von Ginter, der beim Abschluss knapp im Abseits stand, ließ den Knoten platzen. Am Ende war es mit dem 4:0 vor eher dürftiger Kulisse in Mönchengladbach aber doch ein sicherer Sieg, der zumindest temporär den ersten Tabellenplatz einbrachte.

Mit einem Doppelpack von Toni Kroos und einem traumhaften Hackentor des neuen Abwehrchefs Matthias Ginter hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorzeitig das EM-Ticket gelöst. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw gewann in Mönchengladbach seine Pflichtaufgabe gegen Weißrussland mit 4:0 (1:0) und profitierte vom torlosen Unentschieden im Parallelspiel der Niederlande in Nordirland. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) qualifizierte sich damit zum 13. Mal in Folge für eine EM-Endrunde. Im abschließenden Qualifikations-Duell am Dienstag (20.45 Uhr/RTL) in Frankfurt/Main gegen die Nordiren geht es für Deutschland im Fernduell mit Oranje noch um den Gruppensieg.

Ginter trifft vor heimischer Kulisse in Gladbach

Der überragende Gladbacher Ginter leitete in seinem "Wohnzimmer" mit einem Hackentreffer (41.) den Sieg gegen den 86. der FIFA-Weltrangliste ein. Es war das erste Tor im 29. Länderspiel für den Rio-Weltmeister, der nach dem Ausfall des schwer verletzten Niklas Süle zum neuen Chef der Defensive aufgestiegen ist. Leon Goretzka (49.) und Kroos (55./83.) sorgten mit ihren Treffern für den am Ende standesgemäßen Sieg und die gelungene Premiere des neuen Heimtrikots. Kapitän Manuel Neuer wehrte einen Foulelfmeter von Igor Stasewitsch ab (75.).

Vor dem Anpfiff gedachten beide Teams und Zuschauer mit einer Schweigeminute des vor zehn Jahren verstorbenen Nationaltorhüters Robert Enke, der einst für Mönchengladbach 32 Bundesligaspiele bestritt. Im mit nur etwa 33.164 Zuschauern besetzten Borussia-Park blieben wie erwartet viele Plätze frei, Teile des Oberrangs wurden sogar komplett geschlossen. "Wir müssen dafür sorgen", sagte Mittelfeldspieler Joshua Kimmich im Vorfeld, "dass alle, die zu Hause bleiben, es ein Stück weit bereuen."

Weißrussland mit massiver Defensive auf wenige Gegentore bedacht

Entsprechend motiviert ging die DFB-Auswahl zu Werke, trotz der sehr tief stehenden Abwehr der Weißrussen gab es anfangs Chancen fast im Minutentakt. Ginter vergab vor seinem 1:0 schon die beste Möglichkeit der Anfangsviertelstunde mit einem Schuss aus zehn Metern, den Gäste-Torhüter Alexander Gutor glänzend parierte (15.). Ginter war hinten kaum gefordert und suchte genau wie die Außenverteidiger immer wieder den Weg in die Offensive. Dort lief etwas überraschend der gelernte Mittelfeldspieler Goretzka anstelle von Julian Brandt in der Startelf auf - was sich spätestens mit dem 2:0 durch den Bayern-Profi als richtige Entscheidung erwies.

Auch Neuer schien es im Tor etwas langweilig zu sein, sein riskanter Ausflug bis fast an die Mittellinie bei einem Konter der Weißrussen blieb aber ohne Folgen (12.). Am Ende der ersten Halbzeit zeigte der Bayern-Torhüter mit einer Parade nach einem Schlenzer von Stasewitsch wieder seine Klasse im Kasten. In der Offensive fehlten bei der deutschen Mannschaft die Genauigkeit und Konzentration beim Abschluss oder beim letzten Pass. Exemplarisch dafür war die Großchance von Timo Werner, der per Kopf völlig freistehend aus sechs Metern vergab (39.).

Die Weißrussen standen mit zwei Vierer-Ketten extrem tief, das Löw-Team versuchte, diesen Abwehrriegel vor allem über die Außen zu knacken. Der Leipziger Rechtsverteidiger Lukas Klostermann war deshalb in der ersten Halbzeit neben Ginter der auffälligste Spieler. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der dreimalige Europameister klar spielbestimmend, und nach den Toren von Goretzka und Kroos war der Widerstand der Gäste gebrochen. Werner und Co. kombinierten nun deutlich flüssiger, die Weißrussen zeigten nur noch wenig Gegenwehr.

(ce/afp)

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