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Deutschland als Reiseland so beliebt wie nie zuvor

8.2.2019 17:16 Uhr

Der Tourismus-Boom in Deutschland hat sich 2018 fortgesetzt. Als Reiseland ist Deutschland so beliebt wie nie zuvor. Dennoch bringt der Boom auch Schattenseiten mit sich.

Die Zahl der Übernachtungen in Deutschland steigt auf eine Bestmarke. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland um 4 Prozent auf den Bestwert von 477,6 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es war das neunte Rekordjahr in Folge.

Nach Einschätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) haben die gute Konjunktur und der Supersommer die Reiselust beflügelt. "Von der sonnenreichsten Saison seit Beginn der Wetteraufzeichnung konnte insbesondere die Ferienhotellerie in den bekannten Urlaubsregionen profitieren", berichtete Dehoga-Präsident Guido Zöllick. "Aber auch der Städtetourismus und der Geschäftsreiseverkehr legten zu."

Bürokratieabbau und eine Flexibilisierung der Arbeitszeitgesetzes?

Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen um ein bis 1,5 Prozent. "Die Ertragssituation in der Branche bleibt durch weiter steigende Betriebs- und Personalkosten aber angespannt", beklagte Zöllick. Hinzu komme der Fachkräftemangel.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, mahnte, die Politik habe es in der Hand, die Branche ein Stück "wetterfester" zu machen gegenüber einer möglichen konjunkturellen Abkühlung. Dazu zählte Frenzel unter anderem Bürokratieabbau und eine Flexibilisierung der Arbeitszeitgesetzes.

Hoteliers und Gastronomen sollen die Branche attraktiver machen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hielt dem entgegen: "Wer fordert, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen, der spielt mit der Gesundheit der Beschäftigten. Zugleich schreckt man so dringend benötigte Fachkräfte ab." Hoteliers und Gastronomen sollten die Branche attraktiver machen und die Menschen besser bezahlen, forderte Freddy Adjan, stellvertretender NGG-Vorsitzender.

Die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Ausland erhöhte sich im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 87,7 Millionen. Bei inländischen Gästen gab es ein Plus von 4 Prozent auf 389,9 Millionen. Berücksichtigt werden in der Statistik Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten.

Deutschland ist der Tourismusbranche zufolge das beliebteste Ziel der Bundesbürger. Dank der niedrigen Arbeitslosigkeit ist die Reiselust ungebrochen. "Auch in diesem Jahr sind mehr Reisen und höhere Ausgaben geplant", sagte Tourismusexperte Martin Lohmann jüngst mit Blick auf die Ergebnisse einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR).

(gi/dpa)

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