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Deutscher Akademiker kehrt nach zwei Monaten Corona-Isolation in der Türkei heim

29.5.2020 20:40 Uhr

Sebastian Kummer, ein deutscher Akademiker, der an der Uni Wien doziert, besegelte mit seinem Katamaran die Ägäis, als die Pandemie des Coronavirus für Grenzschließungen sorgte. Dadurch strandete er mitten in der Ägäis, weil sowohl die Türkei als auch Griechenland ihre Grenzen geschlossen hatten. Doch nun ist Sebastian Kummer wieder daheim angekommen.

Sebastian Kummer, 57, Dozent an der Universität Wien, unternahm mit einem Katamaran eine Ägäistour, nachdem er letzten Monat mit seinen beiden Freunden im französischen Hafen La Rochelle Segel gesetzt hatte. Nach dem ursprünglichen Plan wäre die Reise in der Türkei zu Ende gegangen, aber die tödliche Coronavirus-Pandemie trat in der Zwischenzeit auf und die Länder begannen, ihre Grenzen zu schließen. Die Gruppe wandte sich nach Italien, aber am 10. März wurde ganz Italien abgeriegelt und gesperrt. Diesmal segelten die Seeleute zu den spanischen Balearen. Aber Kummer wollte sein Boot an der Küste von Göcek in der Provinz Mugla andocken und dort Schutz suchen.

Kummer kehrte über Kroatien nach Österreich zurück

Die Türkei hatte jedoch ihre Grenzen geschlossen, als Kummer allein an den Küsten der Türkei ankam, nachdem seine Freunde auf den Balearen von Bord gegangen waren. Die griechischen Behörden verwiesen ihn in die Türkei, weil das Boot eine türkische Flagge trug. Kummer, der sich keinem Ufer nähern konnte, steckte mitten in der Ägäis fest. Als die Medien über Kummers Selbstisolation als "Quarantäne im Paradies" berichteten, kontaktierte das Generalkonsulat von Deutschland den Akademiker.

Kummer wurde zu einem anderen Boot gebracht, das zu dieser Zeit vor der Ägäis lag, aber auf dem Weg nach Kroatien war. Das deutsche Außenministerium führte diplomatische Gespräche, um seinem Staatsangehörigen zu helfen, der später nach der Einreise in Kroatien auf der Straße nach Wien fuhr. Kummer betonte, dass er die türkischen Seeleute und Einheimischen schätze, die ihm während der viermonatigen Bootsquarantäne geholfen hatten, und sagte, er habe 120 Tage im "Paradies" verbracht.

"Werde niemals die Herzlichkeit des türkischen Volkes vergessen"

"Ich werde niemals die Fischer vergessen, die mir mein Essen und andere Dinge gebracht haben und ebenso nicht die Herzlichkeit des türkischen Volkes. Sie haben mich sehr herzlich empfangen und ich fühlte mich sicher", sagte Kummer und fügte hinzu, dass die Fischer ihm Wasser und Nahrungsmittel brachten. Kummer, der sich in Kroatien einem Covid-19-Test unterzogen hat, sagte, er sei gesund und es gehe ihm gut.

(ce)

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