dpa

Deutsche Wirtschaft sieht Hürden für Investitionen in Afrika

18.11.2019 10:51 Uhr

Am Dienstag kommen in Berlin Vertreter der deutschen Wirtschaft, Politiker und zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs zusammen, um über Investitionen zu sprechen.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Vielfach verhindern hohe Bürokratiehürden, Korruption oder Sicherheitsfragen, dass deutsche Unternehmen den ersten Schritt nach Afrika überhaupt wagen." Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen hätten es schwer, Risiken zu managen und die Finanzierung ihrer Geschäfte zu gestalten. Afrika sei aus Sicht der Wirtschaft aber mehr als nur der "ewige Chancenkontinent".

"Compact with Africa"

Am Dienstag findet in Berlin eine Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreichen afrikanischen Staats- und Regierungschefs statt. Die Staats- und Regierungschef der Länder werden am Montagabend von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßt. Merkel hatte in ihrem am Wochenende veröffentlichten Podcast zur Konferenz "Compact with Africa" gesagt: "Wir werden über Investitionen sprechen, über den wirtschaftlichen Fortschritt und über bessere politische Rahmenbedingungen."

Wansleben wies auf die Chancen in Afrika hin. 58 Prozent der Unternehmen, die bereits auf dem afrikanischen Kontinent aktiv seien, erwarteten positive Geschäfte im kommenden Jahr, nur sieben Prozent schlechtere. Dies zeige eine Sonderauswertung Afrika im Rahmen des aktuellen "AHK World Business Outlooks".

Um mehr Unternehmen für ein Engagement in Afrika zu gewinnen, müssten aber die Herausforderungen in den Blick genommen werden. So sehe jedes zweite deutsche Unternehmen die lokale Wirtschaftspolitik als Risiko für die eigenen Geschäfte.

Mehr Sicherheit für Investitionen

"Ein wirksamer Investitionsschutz, Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine praxisnahe Absicherung von Geschäftsrisiken sind wichtige Voraussetzungen für mehr Engagement deutscher Unternehmen in Afrika", so Wansleben. "Unterstützungsinstrumente der Bundesregierung sollten daher erweitert oder neu geschaffen werden. Auch eine verstärkte politische Flankierung von größeren Projekten ist im Wettbewerb mit Anbietern aus anderen Ländern oft von entscheidender Bedeutung."

Für viele deutsche Unternehmen in Afrika sei zudem der Fachkräftemangel ein großes Thema. "Eine Lösung hierfür ist die duale Ausbildung nach deutschem Vorbild, die von vielen Unternehmen in Afrika bereits durchgeführt wird."

Armutsreduzierung und die Schaffung von Perspektiven für eine junge und stark wachsende Bevölkerung seien Hauptziele deutscher Politik in Afrika. "Die Grundlage zur Erreichung dieser Ziele ist nachhaltiges Wirtschaftswachstum", sagte Wansleben. "Deutsche Unternehmen leisten mit afrikanischen Partnern durch Investitionen und den Ausbau von Handelsbeziehungen bereits einen wertvollen Beitrag."

(be/dpa)

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