afp

Deutsche Weltkriegs-Granate im Kartoffelsack nach Hongkong

3.2.2019 9:09 Uhr

Nicht so lecker: Mit einer französischen Kartoffellieferung für eine Chips-Fabrik in Hongkong ist auch eine Deutsche Weltkriegsgranate mitgereist. Sie wurde noch vor Ort von Spezialkräften der Polizei entschärft.

Videoaufnahmen der Polizei zeigten, wie die acht Zentimeter breite und rund ein Kilo schwere Granate von den Experten in der Fabrik unschädlich gemacht wurde. Mehr als hundert Jahre nach dem Kriegsende war die Granate nicht mehr besonders stabil, wie Polizeipräsident Wilfred Wong Ho-hon zu Journalisten sagte. Sie sei im Krieg zwar gezündet worden, aber nicht explodiert. Zur Geschichte des Geschosses ist laut Wong nur sicher bekannt, dass sie zusammen mit der französischen Kartoffelladung nach Hongkong gebracht wurde.

Vom Schützengraben zum Kartoffelacker

Der Militärhistoriker Dave Macri von der Universität Hongkong ging davon aus, dass die Granate während des Kriegs in den Schützengräben Frankreichs zurückgeblieben war, entweder versehentlich oder nach der Zündung. "Der Graben wurde dann aufgefüllt und als Acker genutzt", sagte er der Zeitung "South China Morning Post". Der Sprengsatz sei nun zusammen mit der Kartoffelernte wieder ans Tageslicht gekommen und nach Hongkong verschifft worden.In Hongkong müssen Sprengstoffexperten immer wieder historische Geschosse entschärfen. Meistens handelt es sich dabei jedoch um Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, welche die US-Armee über der japanisch besetzten Stadt abwarf.

(be/afp)