Deutsche spenden mehr in der Pandemie

16.2.2021 16:05 Uhr

Die Menschen in Deutschland haben im ersten Pandemie-Jahr deutlich mehr Geld gespendet als früher. Das geht aus der Bilanz des Deutschen Spendenrats für 2020 hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Mit 5,4 Milliarden Euro sei das Spendenniveau im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent gewachsen, teilte der Verband mit. "Das war nicht zu erwarten", sagte Geschäftsführer Max Mälzer der Deutschen Presse-Agentur. Selbst optimistische Prognosen hätten nur bei einem Plus von 1,6 Prozent gelegen.

Der Spendenrat ist der Dachverband von rund 70 gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst und Kultur sowie Denkmalschutz. Die "Bilanz des Helfens" gibt es seit 2005. Sie wird vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Spendenrats aufgestellt.

IMAGO / Kirchner-Media

Besonders großzügig zeigten sich Spendende danach im vergangenen Jahr während der beiden Lockdowns. Die Leute griffen noch tiefer in die eigene Tasche als sonst, besonders in der ohnehin schon spendenstarken Vorweihnachtszeit. Mälzer erklärt sich das mit zwei Tendenzen. "Einmal hatten viele Menschen im Lockdown mehr Zeit nachzudenken und über das Leben zu reflektieren", sagt er. "Zum Zweiten gab es weniger Möglichkeiten, das Geld selbst auszugeben, zum Beispiel beim Essengehen, für Kleidung oder im Club."

Rund 19 Millionen Menschen in Deutschland haben nach der Analyse 2020 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen gespendet. Besonders großzügig ist dabei weiterhin die Generation 70 plus.

(dpa)

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